[Characters of Septemer, #1] Celio: Bürokrat, Perfektionist, Kontrollfreak

Der Nanowrimo 2017 steht vor der Tür, also hab ich mich spät aber doch entschieden, an der tollen #charactersofseptember Challenge teilzunehmen.

In der Rubrik Romanprojekte gibt es auch schon eine kurze Zusammenfassung meines geplanten Mantel&Degen-Steam-Punk-Krimis, aus dem ich euch heute den Protagonisten vorstellen möchte.

Also, Vorhang auf für Celio.


Nun, wärt Ihr zu Beginn vielleicht so freundlich, Euch den geneigten Lesern unserer Gazette vorzustellen?

Mein Name ist Celio Farese, ich bin Kronbeamter der Principessa von Farcata und bin sehr beschäftigt. Also, wenn wir dann zum Punkt kommen könnten?

Selbstverständlich. Man hat mich schon informiert, dass man Euch nicht unbedingt als humorvollen Menschen kennt.

So? Nur, weil ich meine Zeit lieber mit Arbeit als mit unnützem Vergnügen fülle? Farcata ist nicht zur reichsten Stadt des Kontinents geworden, weil sich ihre Bürger dem Leichtsinn und dem frivolen Leben hingegeben haben, sondern durch harte        Arbeit.

Das klingt sehr … öde, wenn Ihr mich fragt. Seht Ihr die Dinge immer so negativ?

Negativ? Davon kann doch gar nicht die Rede sein. Ich schätze meine Arbeit und es ist mir eine Ehre, im Dienst unserer ehrenwerten Republik zu stehen. Aber in einem mögt Ihr recht haben, ich bin wohl kein besonders humorvoller Mensch, das sagen mir meine Freunde auch immer. Er lächelt verlegen.

Ihr definiert Euch also vor allem durch Eure Aufgabe?

Celio seufzt und schaut auf seine Füße. Ich tue eben, was ich kann. Wenn Ihr an meiner Stelle wärt, würdet Ihr genauso handeln. Seit dem – er schluckt – Tod meines Vaters bin ich der letzte Nachkomme unserer Familie und es ist an mir, unseren Ruf wiederherzustellen. Von den Schulden ganz zu schweigen. Und ich finde, ich mache meine Sache gut. Ich bin fleißig, zuverlässig und lerne schnell.

Denken das andere auch über Euch?

Nun, ich hoffe es. Vermutlich halten sie mich auch für steif, humorlos, bieder und kontrollsüchtig. Er lächelt. Damit haben sie auch nicht ganz unrecht. Ich schätze, mein Pflichtbewusstsein und alles, was daraus resultiert, ist zugleich meine größte Stärke und meine größte Schwäche.

Eure Mitarbeiter aus der Zollkommission haben durchweg positive Worte über Euch verloren, auch der Senat lobt Eure Arbeit in höchsten Tönen.

Celio macht eine wegwerfende Handbewegung. Das ist doch das Mindeste. Ich erfülle meine Pflicht, ich finde nicht, dass man das überbewerten sollte.

Gibt es denn auch eine Form von Lob, die Euch stolz macht?

Jedes Lob macht mich stolz. Ich ruhe mich nur ungern auf meinen Lorbeeren aus.

Sehen wir uns die andere Seite an, wie steht es um Kritik? Wie geht Ihr damit um, wenn Euch jemand kritisiert?

Celio kaut auf seiner Unterlippe. Ich würde gerne behaupten, dass mir Kritik nichts ausmacht, dass sie mir Anstöße gibt, noch besser zu werden. Aber das stimmt nicht. Die Angst zu scheitern ist jeden Tag so präsent, dass ich sie nie ganz ausblenden kann, und jede Form von Kritik scheint mich diesem Scheitern näher zu bringen.

Ist es das, wovor Ihr Euch am meisten fürchtet? Zu Versagen?

Das auch, ja. Und … Es schaudert ihn und er tupft sich die Stirn mit einem Taschentuch ab. Nun, Ihr wisst sicher, was meinem Vater zugestoßen ist. Er war ein außergewöhnlich tüchtiger Mann, doch plötzlich begann er sich zu verändern. Er wurde misstrauisch, paranoid, begann Dinge zu sehen, die nicht da waren, vernachlässigte seine Aufgaben. Irgendwann war er überhaupt nicht mehr er selbst, der Wahnsinn hatte ihn vollständig vereinnahmt. Die Vorstellung, dass auch mich dieser Wahnsinn eines Tages ereilen könnte … Er schüttelt entsetzt den Kopf. Das ist mehr als ich ertragen kann.

Eine beängstigende Vorstellung, durchaus. Nun, vertiefen wir dieses Kapitel nicht weiter, wir wollen unsere Leser ja nicht verschrecken. Kommen wir zu einem angenehmeren Thema. Die Damen und Herren von Farcata munkeln, Ihr wärt noch immer Junggeselle. Wie kommt’s?

Celio zuckt die Schultern. Ich bin mit meiner Arbeit verheiratet, da bleibt wenig Zeit für Empfänge, Bälle oder andere Festivitäten. Abgesehen davon dürfte ein verarmter, bis über beide Ohren verschuldeter Bürokrat wohl kaum als gute Partie durchgehen.

Nun, das ist nicht von der Hand zu weisen. Aber lassen wir Geld und Ansehen doch einmal außen vor, welche optischen Vorzüge könnten unsere Leser oder Leserinnen an Euch interessieren?

Celio verdreht die Augen. Als würde mich solcher Firlefanz interessieren. Ich bin zu mager, zu blass, meine Beine sind zu kurz und ich verstehe mich nicht besonders gut auf die Finessen der aktuellen Mode. Gebt Euch also nicht zu viel Mühe, mich verkuppeln zu wollen.

 


Fortsetzung folgt nächste Woche.

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