Teaser: Charaktere auf der Couch

„Die Schöpferkraft eines Autors folgt leider nicht immer seinem Willen; das Werk gerät, wie es kann, und stellt sich dem Verfasser oft wie unabhängig, ja wie fremd, gegenüber.“
– Sigmund Freud

Wenn wir ehrlich sind, dann steckt in jedem Autor auch gleichzeitig ein Psychologe. Beide forschen nach Charakterzügen, nach Stärken und Schwächen, nach persönlichen Entwicklungen und Beziehungen. Beide versuchen, menschliches Verhalten zu verstehen, zu erklären und vorauszusagen. Zugegeben, als Autor neigt man dazu, seinen Figuren eher Probleme zu machen als diese zu lösen, aber am Ende bietet man ihnen doch immer die Chance, über sich hinau zu wachsen. Nun, meistens, zumindest.

Wie manche von euch wissen, habe ich selbst Psychologie studiert und das Erforschen von besonderen Charakterzügen und -entwicklungen ist für mich mit der spannendste Teil des Schriftsteller-Daseins. Nun bin ich aber sicherlich nicht die Einzige, die sich intensiv Gedanken über die psychologischen Hintergründe ihrer Charaktere macht – deswegen habe ich diese Blogreihe ins Leben gerufen.

Auf meiner Blog-Couch werden ein- bis zweimal pro Monat unterschiedliche Roman-Figuren über ihre Sorgen, Ängste und selischen Abgründe plaudern und euch ein bisschen mehr über sich verraten. Teils auf ernste, teils auf eher humorvolle Art. Spannend wird es aber mit Sicherheit.

Als Disclaimer möchte ich vorwegschicken: Ich bin keine ausgebildete Psychotherapeutin, und im Vordergrund dieser fiktiven Therapie-Gespräche sollen die Charaktere und ihre Geschichte stehen. Ich möchte mir Mühe geben, euch die Hintergründe so fundiert wie möglich nahe zu bringen, deswegen wird es auch immer eine kurze Information zu Störungsbildern oder Behandlungsmöglichkeiten geben, sofern sie zur Sprache kommen. Trotzdem dienen diese Blog-Beiträge in erster Linie der Unterhaltung. Wenn ihr also Fragen habt,  fragt mich gerne. Ich versuche sie nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten.

Seid ihr neugierig geworden? Dann schaut doch vorbei. Die erste Sitzung findet nächsten Dienstag statt. Wer dann bei mir auf der Couch sitzen wird? Lasst euch überraschen.


Bisherige Patienten:

06. Juni 2017: Jonas von Janna Ruth („Im Bann der zertanzten Schuhe“)
19. Juni 2017: Azzael von Bo Leander („Höllisches Intermezzo“)
08. Juli 2017: Varek von Elea Brandt („Opfermond“)
20. Juli 2017: Kurt von Sascha Raubal („Kurt – In göttlicher Mission“)
07. August 2017: Horatio von Angela Stoll („Die Lügen des Horatio Harthorne“)
21. August 2017: Theodora von Isabella Benz („Die Dämonen von Lorch“)
12. September 2017: Zeyn von Annette Juretzki („Blind – Sternenbrand, Teil 1“)
09. Oktober 2017: Teklija von Rafaela Creydt („Die Stadt am Kreuz“)
24. Oktober 2017: Charlie von Elenor Avelle („Infiziert – geheime Sehnsucht“)
04. Dezember 2017: Lukas von Nika Sachs („Schneepoet“)

Die Erinnerung ist eine Pflicht gegenüber den Toten

Diese Reportage veröffentlichte ich 2006 in der Schülerzeitung meines Gymnasiums, sie wurde damals vom Stern als beste Reportage mit dem Preis „Medien mit Mut“ ausgezeichnet. Inhaltlich und sprachlich habe ich nichts daran verändert, ich wollte sie so belassen, wie sie mein 16-jähriges Ich damals verfasst hat..


133716. Für uns ist es nicht mehr, als eine Aneinanderreihung von Ziffern, bedeutungslose Zahlen. Doch für Otto Jehoshua Schwerdt bedeuten sie weit mehr, als das. Sie sind ihm als Narbe auf den linken Arm gebrannt. 133716 – Zeichen für Schmerz, Qual und Todesangst. 133716 – Schwerdts Häftlingsnummer in Auschwitz-Birkenau. Sechzig Jahre ist es nun her, dass die Qualen der Konzentrationslager für immer vorbei sind, doch Schwerdt erinnert sich, als sei es gestern gewesen. Jedes schreckliche Detail, die Angst, die Schmerzen – sie sind ihm so nah wie immer und dennoch wirkt der mittlerweile fast 85-jährige, hagere Mann immer noch rüstig und tatkräftig, ist ohne Verbitterung.

1936 war es, dass die jüdischen Schwerdts gezwungen wurden, Deutschland zu verlassen. Otto Schwerdt, seine Eltern Eti und Max Schwerdt und seine Geschwister Meta und Sigi. Nur Schwerdt selbst und sein Vater sollten die schrecklichen Ereignisse überleben, die die Familie brutal auseinander rissen. Kein Grab, kein Stein, nur die Erinnerungen an die Toten sind geblieben. Schwerdt ist zwanzig Jahre alt, als man ihn nach Auschwitz bringt, allein sein Lebenswille machte ihn fähig, die Demütigungen der SS-Männer und die harten Arbeiten zu ertragen. Allein die Hoffnung, alles könne besser werden. Erst 1945 befreien die Amerikaner das KZ in Theresienstadt, der Krieg ist zu Ende, doch Otto Schwerdt und viele andere Menschen haben nicht nur einige kostbare Jahre ihres Lebens, sondern auch ihre Familie, verloren; manche auch für immer ihren Lebensmut, nicht so Otto Schwerdt.

Es hat dennoch lange gedauert, bis es ihm gelungen ist, die Ereignisse von damals zu verarbeiten, fünfzig Jahre lang hat er versucht sie zu verdrängen. „Tagsüber“, fügt er hinzu, „nachts ging’s nicht. Man träumt viel, vor allem wenn man älter wird.“ Ein Traum hat Schwerdt sein Leben lang verfolgt: Er sieht sich selbst an der Rampe von Auschwitz, mit einem Kind, seinem eigenen, und wird vor die Wahl gestellt: Mit dem Kind in die Gaskammern oder allein ins Zwangsarbeitslager. Und das Schlimmste sei, so Schwerdt, die Tatsache, dass er sich selbst im Traum nicht entscheiden könne. Auch an die Schauplätze sei er trotz der Gedenkfeiern zur sechzigjährigen Befreiung von Auschwitz dieses Jahr nicht mehr zurückgekehrt, zwei Mal war er dort, unter anderem 95. Es schaudert ihn noch immer, wenn er daran zurückdenkt. „Es war ganz schlimm für mich“, erklärt er leise, „ich habe die ganze Zeit geheult. Man kriegt einfach Angst, es ist, als käme man wieder ins KZ, man reißt alte Wunden wieder auf.“

Ein Traum hat Schwerdt sein Leben lang verfolgt: Er sieht sich selbst an der Rampe von Auschwitz, mit einem Kind, seinem eigenen, und wird vor die Wahl gestellt: Mit dem Kind in die Gaskammern oder allein ins Zwangsarbeitslager.

Erst mit seiner jüngsten Tochter Mascha hat er es geschafft, die Ereignisse aufzuarbeiten und sich dem Geschehenen zu stellen, 1998 erschien im Lichtung-Verlag ihr gemeinsam verfasstes Buch „Als Gott und die Welt schliefen“. Nicht um zu mahnen, wie er betont, sondern um zu erinnern, um besonders die Jugendlichen aufmerksam zu machen, anzuspornen, Dinge wie damals nicht wieder geschehen zu lassen. „Nicht nur hier“, bekräftigt er, „sondern auf der ganzen Welt.“ Auch heute noch kommen ihm häufig die Tränen, wenn er neue Stellen aus dem Buch liest. „An manche gewöhnt man sich mit der Zeit“, meint er, „doch man sieht trotzdem immer wieder die Bilder. Das sind Sachen, die aus dem Kopf gar nicht mehr rausgehen.“

Besonders lebhaft erinnert er sich noch immer an das Lagerleben, den Überlebenskampf jedes Einzelnen. Nichts als Glück hat ihm damals das Leben gerettet. „Man hat auch keine neuen Freundschaften geschlossen“, sagt Schwerdt. „Man stelle sich vor, man lernt jemanden kennen und morgen ist der Mann tot.“ Man teilte dasselbe Schicksal – und dennoch war Solidarität fern. Wenn man hungrig ist, so Schwerdt, gibt es keine Solidarität. Den Hass gegen die Aufseher, die seine Mutter, seine Schwester, seinen Bruder umbrachten, kann er nicht ganz verbergen. „Ich würde ihn nicht töten“, gibt Schwerdt zu, „aber ich würde ihn ganz schön vermöbeln.“ Eine Kollektivschuld hält er jedoch trotzdem für absolut unangebracht, es sei das Schlimmste, was man machen könne. Man dürfe nicht von den Deutschen, den Juden oder den Türken sprechen, sondern man müsse jedem Menschen seine Individualität geben, nur so sei es richtig.

Die Befreiung der KZs 1945 hat Schwerdt zunächst wie einen Traum erlebt, die Tatsache, auf einmal frei zu sein, essen zu können, Frauen und Kindern zu begegnen, die er zwei Jahre lang nicht gesehen hatte, erschien ihm zu irreal. Doch es sei nicht nur Freude gewesen, sagt Schwerdt, sondern auch Trauer und Verzweiflung über all das, was geschehen war. Zu viele Menschen hatten vor seinen Augen den Tod gefunden, zu viele waren gequält und geschlagen worden… zu viele, um Freude oder Euphorie zu empfinden.

Das Ende des Nazi-Regimes hat der damals erst 22-jährige genutzt, um sein Studium in Weiden zu beginnen, anschließend besuchte er in Regensburg die Theologisch-Philosophischen Hochschule. Seit 1954 lebt er auch dort und engagiert sich für die jüdische Gemeinde. Etwa 900 Mitglieder umfasst diese derzeit, davon sind 98 % russische Einwanderer. Nur wenige erscheinen regelmäßig am Sabbat in dem kleinen Betsaal des Gemeindehauses, das nur wenige Meter von der geschäftigen Fußgängerzone Regensburgs entfernt liegt – und ebenso nahe am Dom. „Denn mein Haus wird ein Bethaus sein für alle Völker“, dieser Satz des Propheten Jesaja steht groß an der gelben Fassade, sichtbar für jeden, der vorbei geht. Ein hoher Ginkgo streckt sich vor dem Haus in die Höhe. Er wurde, so Schwerdt, mit der Grundsteinlegung des neuen Gemeinde­hauses und der Mehrzweckräume gepflanzt. Er wächst mit der Gemeinde. Über dem Eingang steht in hebräischer Schrift: „Das Tor zu Gott“.

Die große, schöne Regensburger Synagoge fiel 1938 den Novemberprogromen zum Opfer, seither werden nur mehr kleinere Räumlichkeiten genutzt. Der kleine Betsaal mit dem Tora-Schrein für die Gottesdienste am Sabbat, der Gemeindesaal für größere Feste, wie Pessach oder Chanuka. Selbst praktiziert Schwerdt seinen Glauben nicht streng orthodox, doch man brauche schon eine gewisse Moral. Die 10 Gebote seien ja ganz schön, meint Schwerdt, doch er fahre trotzdem am Sabbat mit dem Auto. Er lächelt. „Ich sage mir immer, wenn der Moses gewusst hätte, dass man mit einem Auto so schön fahren kann, hätte er dieses Gesetz nicht erlassen.“ Respekt habe er natürlich trotzdem vor Juden, die nach wie vor orthodox nach dem Glauben leben, koscher essen und sich strikt an die Gebote halten. „Doch“, diese Bedingung stellt er, „sie sollen nicht wollen, dass ich so werde, wie sie.“ Möglich sei es jedoch wieder, seinen jüdischen Glauben streng zu leben. Auch in der Gemeinde gebe es, so Schwerdt, eine koschere Küche. Zudem beinhaltet das Gemeindehaus auch eine jüdische Schule, allerdings nur für Religion – und Hebräisch. Die Sprache lernen die Kinder und Jugendlichen allerdings eher zum Lesen und Übersetzen als zum Sprechen. Nach sechzig Jahren können Juden in Regensburg also nun wieder Juden sein.

Erfahrungen mit Antisemiten musste jedoch auch Schwerdt machen, nach einem Fernsehauftritt wurde er mit beleidigenden Anrufen belästigt, man beschimpfte ihn unter anderem als „Saujuden“, doch Schwerdt lächelt verschmitzt, als er ergänzt: „Aber ich habe ja eine kluge Frau, die hat sich eine Pfeife gekauft und beim nächsten Anruf hat sie laut in den Hörer gepfiffen. Und der hat aufgehört.“ Gegen Anrufe kann man sich wehren – doch was Schwerdt besonders belastet und empört, ist vor allem die Tatsache, dass antisemitische, rechtsgerichtete Parteien wie die NPD in deutsche Landtage gewählt werden. „Es ist absolut unverständlich für mich“, meint Schwerdt kopfschüttelnd, „ich verstehe die Wähler nicht. Die NPD nutzt ja die freie Demokratie, um die Demokratie zu zerstören. Es ist jammervoll, dass man die überhaupt wählt.“

Was Schwerdt besonders belastet, ist vor allem die Tatsache, dass antisemitische, rechtsgerichtete Parteien wie die NPD in deutsche Landtage gewählt werden. „Es ist absolut unverständlich für mich“, meint Schwerdt kopfschüttelnd, „ich verstehe die Wähler nicht.

Angst empfindet er jedoch keine, denn, so Schwerdt: „Solange der Staat Israel existiert, wird einem Juden immer ein Zufluchtsort bleiben.“ Seiner Meinung nach hätte das Schicksal vieler Juden abgewendet werden können, hätte es Israel als freien Staat bereits zur Hitler-Zeit gegeben. Selbst hat er sechs Jahre in Israel gelebt, sogar als Soldat im Unabhängigkeitskrieg gekämpft, hat die Entwicklung des Staates selbst miterlebt. „Es muss Frieden kommen“, erklärt Schwerdt deutlich, „und wenn, dann wäre ich der glücklichste Mensch.“ Nach dem Krieg in Europa nach Israel zu gehen, wo Schwerdt auch Frau Gela kennen gelernt und geheiratet hat, war nicht leicht. Deutsch zu sprechen war dort unmöglich, selbst zehn Jahre nach Kriegsende. Nicht einmal seine Narben, seine Kennnummer rechtfertigten es hier, Deutscher zu sein. Schwerdt steht sehr dahinter, Israel und Deutschland in enger Verbundenheit zu sehen, hierbei unterstützt er auch Joschka Fischer, der in einer Rede vor der UN feststellt, das Existenzrecht des Staates Israel müsse immer ein fester Bestandteil deutscher Außenpolitik sein. Besonders gefreut habe er sich auch über die Rede Horst Köhlers, der in einer Ansprache zum Gedenktag einige Zeilen auf Hebräisch sprach. Selbst einen Dankesbrief an den Bundespräsidenten habe er daraufhin verfasst.

„Es muss Frieden kommen“, erklärt Schwerdt deutlich, „und wenn, dann wäre ich der glücklichste Mensch.“

Als einer der letzten Zeitzeugen hat man es natürlich nicht leicht; die Angst, dass vielleicht einmal alles vergessen sein soll, besteht durchaus. „Ich hoffe“, so Schwerdt, „dass man sich weiter daran erinnert. Schon allein deswegen, damit so etwas nicht wieder passiert.“ Denn dass die Generation, die die Nazizeit selbst erlebt hat, aussterben wird, steht außer Frage. Natürlich wirkt Schwerdt auch dagegen, gegen das Vergessen, durch Besuche in Schulen, Lesungen und nicht zuletzt allein durch seine bloße Existenz. Genau aus diesem Grund ist es seiner Meinung auch wichtig, einen festen Gedenktag für die Opfer der Konzentrationslager einzulegen, seit 1996 ist dies der 27. Januar – der Tag der Befreiung von Auschwitz. Doch ein einziger Tag, so Schwerdt, reiche nicht aus. Die Menschen sollten es sich immer wieder vergegenwärtigen, immer wieder in der Geschichte dabei sein, um dem Vergessen vorzubeugen.

„Ich hoffe“, so Schwerdt, „dass man sich weiter daran erinnert. Schon allein deswegen, damit so etwas nicht wieder passiert.“

Nicht zuletzt spielen hier auch Filme eine große Rolle, doch „Der Untergang“ hat Schwerdt nicht angeschaut. „Ich will diese Fratzen nicht sehen“, erklärt er strikt, „auch, wenn es nur Schauspieler sind.“ Einer der Filme, den er als besonders authentisch beschreibt, ist die Spielberg-Produktion „Schindlers Liste“. „Ich habe selbst mit Leuten gesprochen, die bei Schindler waren“, erzählt Schwerdt, ein Freund von ihm sei selbst derjenige gewesen, der Schindler in Israel zu Grabe getragen habe. Doch mehr Filme zu diesen Themen habe er nicht gesehen. „Ich kann mir so etwas nicht anschauen“, meint er, „dann kann ich überhaupt nicht mehr schlafen.“

IMG_20180828_103853Doch so authentisch Verfilmungen auch sein mögen – nichts ist authentischer als die Zahl auf Otto Schwerdts Arm, seine Narben, die körperlichen wie die seelischen. Und seine Erinnerungen. „Die Erinnerung ist eine Pflicht gegenüber den Toten“ – diesen Satz pflegt er als Widmung in sein Buch zu schreiben.

Und wenn wir diese Pflicht nicht vergessen, dann werden auch all die Menschen, die im Holocaust litten und starben, Otto Jehoshua Schwerdt eingeschlossen, niemals vergessen werden.

 


Otto Schwerdt ist etwa zwei Jahre nach diesem Interview, im Dezember 2007, verstorben. Den Aufstieg der AfD, die Prozesse gegen den NSU und den Rechtsruck in Europa hat er nicht mehr miterleben müssen. Ich will mir nicht ausmalen, wie ihm zumute wäre, wenn er sehen wüsste, dass nur 70 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz rechte Mobs zum Angriff auf Migranten aufrufen und das Denkmal des Holocausts in Berlin als „Mahnmal der Schande“ diffamiert wird. Trotzdem hätte Otto Schwerdt nicht geschwiegen. Er wäre aufgestanden gegen den Hass und hätte seine Stimme erhoben. Heute kann er das nicht mehr tun – deswegen ist es unsere Aufgabe, seine Worte und die all der anderen Zeitzeugen weiterzutragen. Gegen das Vergessen. Gegen Hass, Hetze, Rassismus, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit. Denn wenn wir in 70 Jahren zurückblicken kann keiner von uns sagen, er hätte von nichts gewusst.


img_20180828_1038431.jpg

Otto Schwerdts Biographie „Als Gott und die Welt schliefen“, verfasst gemeinsam mit seiner Tochter, ist im Lichtung Verlag erschienen.

Link zu Amazon

Otto Schwerdt auf Wikipedia

Der Blutmond naht

Die Mondfinsternis in Mythologie & Fiktion

Am 27. Juli erwartet uns ein besonderes astronomisches Ereignis: die längste totale Mondfinsternis dieses Jahrhunderts.

moon-2146596_1920

Foto eines „Blutmonds“

Seit jeher haben Mond- und Sonnenfinsternis Literatur und Mythologie weltweit beeinflusst, denn auch wenn die Mondfinsternis kein besonders seltenes Ereignis ist, so ist sie trotzdem ein außergewöhnlicher Anblick: Sonne, Erde und Mond liegen auf einer geraden Linie, sodass der Mond den Schattenkegel der von der Sonne beleuchteten Erde durchläuft.  Da durch die Erdatmosphäre vor allem rote Anteile des Sonnenlichts gebrochen werden, bleibt der Mond sichtbar und erhält eine rötliche Färbung. Daraus resultiert auch der im Volksmund gebräuchliche Name „Blutmond“.

Ein böses Omen?

Kein Wunder also, dass das „Verschwinden des Mondes“ und seine blutrote Farbe so manchen Menschen zu schauerlichen Geschichten inspiriert hat. In der Weltgeschichte wurde die Mondfinsternis von verschiedenen Völkern als ein böses Omen betrachtet, das als Zeichen für Katastrophen, Kriege oder Krankheiten stehen konnte. So glaubten zum Beispiel die alten Ägypter, dass Seth versuche, den Mond – das Auge Horus – zu stehlen und zu verschlucken. In der Mythologie der Incas hingegen griff ein Jaguar den Mond an und fraß ihn, dadurch erklärten sie sich die blutrote Farbe. Aus Sorge, dass der Jaguar auch die Menschen auf der Erde anfallen könnte, veranstalten die Incas großen Lärm und warfen mit Speeren in den Himmel, um den Jaguar zu vertreiben. Einen weiterer interessanter Brauch findet sich in Mesopotamien und Babylonien: Hier glaubte man, eine Mondfinsternis würde den baldigen Tod des Herrschers vorhersagen. Daher wählte man einen Doppelgänger, der den Herrscher ersetzte, bis die Mondfinsternis vorüber war. Leider wurde der arme Doppelgänger danach ermordet, unabhängig vom Erfolg des Rituals.

Eines haben diese Geschichten trotz ihres unterschiedlichen Ursprungs gemeinsam: Der „Blutmond“ galt als Vorzeichen für schlimme Ereignisse und als übernatürliches Zeichen der Götter.

Von Ritualen, Geistern und Serienmördern

Es überrascht also nicht, dass auch zeitgenössische Filme und Literatur dieses Thema aufgegriffen haben. Schon der Name „Blutmond“ weckt Assoziationen von Mord, Totschlag, geheimen Riten und übersinnlichen Kräften, die Autorinnen und Autoren in verschiedenen Genres immer wieder aufgegriffen haben.

Im Film „Brothers Grimm“ kann die Hexenkönigin ihre Jugend nur bei einem Ritual zurückerlangen, das während einer Mondfinsternis stattfindet – und das die Helden natürlich zu verhindern suchen. Auch in der Serie „American Horror Story: Roanoke“ bekommt die Mondfinsternis eine übersinnliche Komponente: Die Nacht des Blutmonds wird als der Zeitpunkt beschrieben, an dem die Geister der Vergangenheit die Lebenden heimsuchen und nach ihrem Leben trachten. Ähnlich blutrünstig geht es bei Thomas Harris‘ Thriller „Roter Drache“ zu, dessen Verfilmung von 1987 (ja, die gab es, noch ganz ohne Anthony Hopkins) den deutschen Titel „Blutmond“ trägt. Die Mondfinsternis selbst spielt hier zwar keine entscheidende Rolle, stattdessen ergibt sich der Titel als Zusammenspiel der blutigen Taten eines Serienkillers und des Vollmonds als Tatzeitpunkt. Die geweckte Assoziation ist jedoch dieselbe: Mord und Totschlag verbinden sich mit dem übersinnlich angehauchten Motiv des Mondes, eine Kombination, die gut auf Thomas Harris‘ Täter passt. Weniger bekannt ist dagegen die Erzählung „Mondfinsternis“ von Friedrich Dürrenmatt, die als Vorlage zu seinem Drama „Der Besuch der alten Dame“ gilt. Sie erzählt von einem Dorf, das sich bereit erklärt, gegen Geld einen ihrer Bewohner zu exekutieren. Als sich dann während der nächtlichen Hinrichtung der Mond verfinstert, überkommt die Täter Zweifel an ihrem Tun – doch sie lassen nicht davon ab. Auch hier dient die Mondfinsternis als übersinnliches Zeichen, das die Akteure aber nicht von ihrem Verbrechen abbringt.

Neben diesen Beispielen findet der Blutmond auch in verschiedenen Geschichten über Werwölfe, Vampire und Gestaltwandler einen Platz und wird dabei meistens mit negativen Aspekten oder einer großen, mythologischen Bedeutung in Verbindung gebracht.

Blut- und Opfermond

Aber welche Rolle spielt die Mondfinsternis denn nun in „Opfermond“? Nun, das darf ich an dieser Stelle natürlich noch nicht ausplaudern. So viel sei aber verraten: Auch in Ghor-el-Chras, dem Schauplatz von „Opfermond“, gilt das Ereignis als Vorzeichen für etwas ausgesprochen Bedrohliches, das in den Tiefen unter der Stadt lauert.

Und der Opfermond ist nicht mehr fern …


 

Weitere Beiträge zur Bloggerwoche:

22. Juli: Blut- und Opfermond, wenn Fiktion auf Realität trifft | KeJas Blogbuch

23. Juli: Sekten in „Opfermond“ | Myna Kaltschnee

24. Juli: Von Auftragsmördern und Huren: Analyse der Hauptfiguren | Buchdrache

25. Juli: Lieblingsstellen | Team Buchmagie

26. Juli: Opfermond: Prototyp eines Rollenspiels | Nerds gegen Stephan

27. Juli: Live-Lesung mit Elea Brandt & Gewinnspiel | 18 Uhr via Facebook

„Sand & Wind“ ist erschienen

Ein Hauch von Wüstenwind weht durch die Buchlandschaft – seit Montag ist „Sand & Wind“ als Ebook erschienen.

Ich bin schon sehr gespannt, wie mein Herzensprojekt bei euch ankommen wird – ich hoffe, ihr werdet es mögen.

Um euch ein bisschen neugierig zu machen, zeige ich euch hier noch einmal die wundervollen Charakterportraits, die Elif Siebenpfeiffer für mich angefertigt hat. Sind sie nicht atemberaubend?

CharakterePinboard

Mehr über die Charaktere, die Schauplätze des Romans und Einblicke in die zarbahanische Küche findet ihr hier (einfach den Links folgen).

Wenn ihr Lust habt, „Sand & Wind“ für nur 3,49 € zu erstehen, dann bekommt ihr das Ebook auf Amazon, auf Xinxi und im Verlagsshop. Weitere Shops (z.B. Tolino, iBooks) folgen demnächst.n

Auf Xinxi findet ihr außerdem eine Leseprobe aus den ersten Kapiteln.

Lasst euch ins orientalische Zarbahan entführen. 🙂 Viel Spaß!

 

Gewinnspiel „Sand & Wind“

Ihr Lieben, am 25. Juni erscheint mein Orient Fantasy-Roman „Sand & Wind“ als Ebook im Verlag Ohneohren – und passend dazu gibt es ein kleines Rätsel mit Gewinnspiel für euch.

Seit Anfang der Woche findet übrigens auf Facebook auch die passende Releaseparty statt, nämlich die Verlobung von Schah Elis ben Sidef mit Prinzessin Arazin. Noch könnt ihr vorbeischauen und euch das tolle Programm ansehen: Klick (Facebook-Link)

Die perfekte Sitzordnung

Das Bankett zur Verlobungsfeier in Zarbahan ist eröffnet, und der Haushofmeister des Schahs steht vor einer großen Herausforderung: Er muss die richtige Sitzordnung für diesen Anlass wählen und allen Gästen einen der sieben Plätze (siehe Bild) zuweisen.

Tischordnung

Leider haben alle eigene Ansprüche, denen er nachkommen muss.

  • Elis, der Schah, nimmt am Kopfende Platz.
  • Prinzessin Arazin will aus Trotz so weit wie möglich von ihrem Verlobten entfernt sitzen.
  • Kareff, der Kämmerer, will Arazin im Auge behalten und sitzt ihr gegenüber.
  • Izafar, der Wesir, möchte selbstverständlich neben Elis sitzen.
  • Simani, die Zofe der Prinzessin, leistet ihrer Herrin Arazin Gesellschaft und nimmt neben ihr Platz.
  • Die Hofmarschallin Aqiru will zu Izafars Rechter sitzen, aber auf gar keinen Fall neben Prinzessin Arazin.
  • Der Hauptmann nimmt den letzten freien Platz.

GEWINNSPIELFRAGE: Auf welchem Platz sitzt der Hauptmann?

Zu gewinnen gibt es 2 x das Ebook zu „Sand & Wind“ im Wunschformat mit einem kleinen Goodie-Päckchen

Schickt eure Antwort (nur die Zahl des Sitzplatzes) per Mail an meine Email-Adresse im Impressum (Betreff „Gewinnspiel Sand&Wind“) oder per Twitter/Facebook als Privatnachricht. Aus allen richtigen Einsendungen werden zufällig die drei Gewinner/innen gezogen und zeitnah auf meiner Facebookseite bekannt gegeben.

Teilnahme ist bis 29. Juni um 23.59 Uhr möglich.

Viel Erfolg!

Bitte postet die Antwort NICHT unter diesem Beitrag und gebt keine Hinweise auf die Lösung, um anderen auch ihren Rätselspaß zu gönnen. Posts, die in diese Richtung gehen, werden sofort von mir gelöscht. Bitte seid fair. Fragen sind natürlich jederzeit erlaubt.

IMG_20180622_094252_792

*******************
Gewinnspielbedingungen und Datenschutz

TeilnehmerInnen des Gewinnspiels müssen mind. 18 Jahre alt sein und einen festen Wohnsitz in Deutschland, Österreich oder der Schweiz haben. Jede natürliche Person darf nur einmal am Gewinnspiel teilnehmen, bei Verstoß wird die Person von der Gewinnspielteilnahme ausgeschlossen.

Facebook, Twitter und WordPress haben nichts mit dem Gewinnspiel zu tun und steht nicht als Ansprechpartner zur Verfügung. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die TeilnehmerInnen erklären sich bereit, Elea Brandt im Gewinnfall ihre Email und Post-Adresse ausschließlich für den Gewinnversand zur Verfügung zu stellen. Dies kann per Facebook-Messenger oder per Email (siehe Impressum) erfolgen. Die Informationen werden nicht an Dritte weitergegeben, nicht gespeichert oder weiterverarbeitet und nach Ablauf des Gewinnspiels unverzüglich gelöscht. Dies gil ebenfalls für alle Email-Adressen, wenn die Teilnahme am Gewinnspiel per Mail erfolgt. TeilnehmerInnen erklären sich bereit, dass ihr Name im Gewinnfall auf der Facebookseite „Elea Brandt“ veröffentlicht wird.

Sollten sich eine/r oder mehrere GewinnerInnen binnen 7 Tagen nach Bekanntgabe nicht zurückmelden, wird der Gewinn erneut verlost. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.

Bildgrafik von https://de.freepik.com/…/mobel-symbole-in-der-architektur-p…, entworfen durch Freepik

******************

Guilty Pleasure oder Gesellschaftsproblem?

Über die Romantisierung von Missbrauchsbeziehungen in der Literatur und die Probleme dahinter

Ich gebe zu, diese Debatte ist nicht neu. Seit dem Erfolg von „50 shades of Grey“ diskutiert die Internet-Community immer wieder über die Repräsentation von sexueller Gewalt, Machtmissbrauch und Sexismus in Romanen, die als Erotik, romantische Literatur oder auch als Literatur für junge Erwachsene verkauft werden. Sehr schnell kommt es bei dieser Debatte zu emotionalen Konflikten, da sich die Fans der Bücher durch die Kritik an den Werken oft persönlich in ihrem Leseverhalten angegriffen fühlen und die Notwendigkeit sehen, die Inhalte (und damit sich selbst) zu verteidigen.

Deswegen habe ich beschlossen, mich diesem Thema – das mir durchaus wichtig ist – auf einer sachlichen Ebene zu nähern, nämlich vom Standpunkt der Wissenschaft aus [1]. Ich gehöre nämlich auch zu diesen viel kritisierten Leuten, die solche Bücher nicht gerne lesen und auch nicht gelesen haben. Trotzdem ist eine Auseinandersetzung mit der Grundthematik möglich, denn meine Argumentation richtet sich weder gegen die Leser, noch gegen bestimmte Werke, sondern soll die Problematik als Ganzes umreißen.

Als Beispiel wird trotzdem einige Male „50 shades“ herhalten müssen, da es dazu schon sehr viel wissenschaftlichen Hintergrund und Material gibt. Die Erkenntnisse lassen sich aber sicherlich auf das grundlegende Problem der „Rape Fictions“ generalisieren.

Was ist überhaupt „Rape Fiction“?

Hier stoßen wir gleich auf das erste Problem. Im Zuge der Debatte hat sich die Bezeichnung „Rape Fiction“ eingebürgert als Überbegriff für fiktionale Texte , in denen Missbrauch in Beziehungen bagatellisiert oder romantisiert wird. Häufig geht es dabei aber nicht um Vergewaltigung im eigentlichen Sinne, sondern sehr häufig um missbräuchliche Beziehungsgestaltung, emotionalen Missbrauch oder sexuelle Belästigung. Der Begriff „rape“ kann also irreführen. Ich werde im Folgenden daher vor allem „Missbrauchsbeziehungen“ sprechen und meine damit jede Art von Beziehung, in der

  • Statusvorteile ausgenutzt werden (z.B. Geld, Macht)
  • emotionaler Missbrauch betrieben wird (z.B. Manipulation, Stalking, soziale Isolierung durch den Partner, Ausübung von Kontrolle)
  • sexuelle Gewalt ausgeübt wird (z.B. Gefügigmachen des Opfers durch Alkohol oder Drogen, Ausnutzen von Zwangslagen oder fehlendem Bewusstsein des Opfers für die Situation)

Im englischen Sprachgebrauch wird hier auch von „intimate partner violence“ (IPV) gesprochen. Eine Definition findet sich auf der Seite des Centers for Disease Control and prevention.

Sexueller Missbrauch als Thema in der Literatur

Genau wie alle anderen gesellschaftlich relevanten Themen sollten Missbrauchsbeziehungen, sexuelle Gewalt und deren Folgen vor allem seit der #metoo-Debatte wichtiger Bestandteil zeitgenössischer Literatur sein. Die Forderung kann also nicht darin bestehen, diese Themen totzuschweigen oder eine heile Blümchenwelt vorzugaukeln, in der es keine missbräuchlichen Beziehungen gibt, sondern sich kritisch mit dem Thema auseinanderzusetzen. Genau da hapert es allerdings bei vielen der kritisierten Werke.

A critical text is a text that confronts difficult issues in society—a text that does not break down into meaningless clichés and predictable plot patterns. A critical text could also be called a resistant text, because it is not only resists some of the “rules” of its genre but also encourages its readers to resist the “rules” for mindless, complacent reading. (Janet Alsup: Critical Representations of Sexual Assault in Young Adult Literature)

Gerade Gender-Klischees (der mächtige Mann vs. die schüchterne Jungfrau) oder stereotype Tropes (der Bad Boy, der durch Zuneigung von seinen schlechten Charaktereigenschaften geheilt wird) verhindern eine konstruktive Auseinandersetzung mit Missbrauchsbeziehungen und lassen eine Märchenwelt entstehen, die nicht mehr mit der realen Situation in Einklang gebracht, sondern als reine Fiktion verstanden wird. Dieser Verfremdungseffekt führt dazu, dass die dargestellten Beziehungsmuster nicht mehr hinterfragt, sondern als genre-typisch hingenommen werden, nach dem Motto „das ist doch in allen Erotik/Romance-Romanen so“.

Stephenie Meyer, die Autorin der „Twilight“-Bücher, rechtfertigte die missbräuchlichen Aspekte in der Beziehung zwischen ihren Protagonisten Edward und Bella zum Beispiel wie folgt: “This is not even realistic fiction, it is a fantasy with vampires and werewolves, so no one could ever make her exact choices. […] Bella is constrained by fantastic circumstances [not Edward].” Kurz gefasst: Was in der Realität als Missbrauchsbeziehung gelten würde, ist in Romanen romantisch, weil es sich schließlich um Fiktion oder – in diesem Fall – Fantasy handelt.

Ehrlich gesagt ärgert mich diese Argumentation. Als Fantasy-Autorin sehe ich mich oft dem Vorwurf ausgesetzt, mich nur mit fernen Märchenwelten zu befassen und dabei keinerlei Bezug zur Realität herzustellen – doch genau das Gegenteil ist der Fall. Auch Fantasy schafft Identifikationsfiguren, kann sich mit gesellschaftlichen Tabus und Problemen auseinandersetzen und eine reale Botschaft vermitteln. Diesem Anspruch muss sich jede/r einzelne Autor/in stellen, egal, in welchem Genre er oder sie schreibt.

Auswirkungen auf die Leser/innen

Dieser Anspruch wird besonders immanent, wenn man sich vergegenwärtigt, welchen Einfluss fiktionale Texte auf den Leser haben können, vor allem wenn es sich um junge Leser (Jugendliche, junge Erwachsene) handelt. Der berühmte Sozialpsychologe Albert Bandura konnte in verschiedenen Studien zu seiner sozialkognitiven Lerntheorie zeigen, dass sich Menschen durch Medienkonsum in ihren Einstellungen und Verhaltensweisen beeinflussen lassen, ganz egal ob es dabei um Aggression oder Gender-Rollen geht. Dass auch moderne Literatur geeignet ist, bestimmte Effekte hervorzurufen, zeigen aktuelle Studien.

Psychologen der University of Queensland, zum Beispiel, gaben ihren 480 Studienteilnehmern eine von drei erotischen Geschichten zu lesen. In einer zeigte sich der Mann besonders dominant, in einer die Frau und in der dritten gab es keinerlei Dominanz. Jene Frauen, die über den dominanten Männerpart lasen, berichteten danach über mehr sexistische Einstellungen als die Männer, umgekehrt gaben die Männer eine höhere Akzeptanz von Vergewaltigungsmythen an (z.B. Frauen, die sich aufreizend kleiden, sind selbst schuld, wenn sie belästigt werden oder „nein heißt ja“). Schon der kurze Konsum von erotischen Texten, die männliche Dominanz beinhalten, zeigte hier also einen – möglicherweise aber nur temporären – Einfluss auf die Psyche der Probanden. Andere Arbeiten zeigten ähnliche Effekte für den Konsum von sexistischen Videos, Videospielen oder Pornographie, zugleich gibt es aber auch Studien, die keine Effekte fanden. Die Wirkung solcher Materialen auf die Betrachter ist also immer noch umstritten und vermutlich stark von der Persönlichkeit, von früheren Erfahrungen und situativen Einflüssen abhängig. Ähnlich wie bei der Debatte um „Killerspiele“ darf man also nicht verallgemeinernd schlussfolgern, dass alle Leser zweifelhafter erotischer Texte zwangsläufig sexistische, frauenfeindliche oder gewaltverherrlichende Tendenzen entwickeln. Ein gewisses Risiko ist aber trotzdem vorhanden.

Eine weitere Studie aus den USA konnte darüber hinaus zeigen, dass Frauen, die zumindest einen Teil der „50 shades“-Reihe gelesen hatten, stärkere sexistische Tendenzen aufwiesen als solche, die keines der Bücher gelesen hatten. Zum Beispiel stimmten sie Aussagen wie „Frauen sollten von Männern beschützt werden“ stärker zu als andere. Das galt im Besonderen für jene Frauen, die den Roman als „romantisch“ einstuften. Diese wiesen nicht nur stärkere Formen von „wohlwollendem Sexismus“ gegenüber Männern auf („der Mann ist das starke Geschlecht und der Beschützer“), sondern auch von feindseligem Sexismus gegenüber Frauen („Frauen nutzen Männer aus und erringen Macht, indem sie Kontrolle ausüben“). Eine andere Forschergruppe fand heraus, dass Frauen, die „50 shades“ gelesen hatten, häufiger mit verbal aggressiven Partnern zusammen waren als solche, die es nicht gelesen hatten (allerdings gab es keinen Unterschied in Bezug auf erlebte Partnergewalt oder negative sexuelle Erfahrungen). Bei diesen Befunden handelt es sich um querschnittlich erhobene Daten, d.h. es darf hier kein Rückschluss auf eine Kausalität gezogen werden. Zu schlussfolgern, dass die Lektüre von „50 shades“ Frauen zu Sexistinnen oder Männer zu Vergewaltigern macht, ist falsch. Ebenso gut ist möglich, dass ein bestimmter Typus von Frauen von solchen Büchern besonders angezogen wird. Abgesehen davon handelt es sich um Aussagen, die sich auf eine sehr große Gruppe von Frauen beziehen, und daher nicht den Einzelfall repräsentieren.

Medien und Manipulation

Zusammenfassend lässt sich sagen: Es scheint einen Zusammenhang zu geben zwischen der Romantisierung von Missbrauchserfahrungen in Büchern und persönlichen Einstellungen zu Genderrollen und Beziehungsdynamiken. Ganz gleich, wie dieser Zusammenhang gestaltet ist, er ist nicht unproblematisch. Frauen, die bereits eine missbräuchliche Beziehung erlebt haben, finden in entsprechenden Erotik-Romanen unter Umständen eigene Erfahrungen wieder, die hier als romantisch verkauft werden (z.B. Stalking, Einschüchterung, Gefügig machen mittels Alkohol oder soziale Isolierung des Partners) und könnten dadurch in der Wahrnehmung ihrer eigenen Situation beeinflusst werden. Auch bereits vorhandene stereotype Einstellungen zu Männer- und Frauenrollen können durch die wiederholte Konfrontation mit Literatur, die diese Einstellungen vertritt und in ein positives Licht rückt, gefestigt werden.

Wer hingegen fest mit beiden Beinen im Leben steht, eine gesunde Beziehung führt, eine klare Einstellung zu sich und der Welt hat und sich bewusst von Gender-Klischees distanziert, wird mit Sicherheit auch nach der Lektüre nicht Gefahr laufen, diese Einstellungen zu übernehmen. Die Empfehlung kann und darf also nicht heißen, solche Bücher nicht mehr zu lesen, sondern sich kritisch mit den Inhalten auseinanderzusetzen, zu reflektieren und über das Gelesene nachzudenken.

Die Schönheit von Guilty Pleasures

Hand aufs Herz, wir alle haben unsere Guilty Pleasures, Vorlieben, für die wir uns ein bisschen schämen, die aber trotzdem Spaß machen. Wir schauen das „Dschungelcamp“, obwohl wir wissen, dass es entwürdigend ist. Wir lesen Klatschzeitschriften über den neuesten Promi-Tratsch. Wir schauen den „Bachelor“, „Bauer sucht Frau“ oder andere Kuppelshows, obwohl uns klar ist, wie sexistisch die Darstellungen teilweise sind. Forschungen zeigen, dass der Konsum solcher Shows den sozialen Vergleich anregt – und verglichen mit den armseligen Gestalten aus gängigen Reality Shows kommen wir als Konsumenten ja ziemlich gut weg. Das unterstützt den positiven Selbstwert.

Bei aller Liebe zum voyeuristischen Medienkonsum dürfen wir aber nicht vergessen, solche Format zu hinterfragen und ihre Wirkung auf uns kritisch zu beleuchten. Das gilt auch – und vor allem – für Romane aus dem Erotik/Romantik-Spektrum, die missbräuchliche Beziehungsmuster romantisieren.

Ganz ehrlich? Es ist doch paradox, dass wir einerseits eine Me-Too-Debatte führen und andererseits den „Mächtiger Millionär macht sich junges Mädchen gefügig“-Trope als romantisches Beziehungsbild hinnehmen. Der Aschenputtel-Traum ist in Zeiten von Weinstein, Wedel und wie sie alle heißen zu einem realen Alptraum geworden, und da erscheint es sehr suspekt, wenn wir diese auf Machtgefälle basierenden Beziehungen wie in „50 Shades“ als romantisches Märchen abtun.

Fazit

So, puh, das ist ein langer Text geworden, aber es ist ja auch kein einfaches Thema und blinde schwarz-weiß-Malerei hilft einer Diskussion auch nicht auf die Sprünge, sondern würgt sie meistens nach wenigen Worten ab. Deswegen noch einmal kurz zusammengefasst meine Take-Home-Message:

  • Romane, in denen missbräuchliche Beziehungen romantisiert werden, sind nicht unproblematisch. Vor allem auf vulnerable Menschen können solche Medieninhalte einen gewissen Einfluss ausüben und bestehende Stereotype festigen oder eigene Erfahrungen in ein falsches Licht rücken.
  • Das Lesen solcher Literatur macht einen Menschen nicht zum Sexisten, umgekehrt ist auch nicht jeder Sexist, nur, weil er diese Bücher liest. Wichtig ist, Inhalte zu hinterfragen, zu reflektieren und sich Gedanken darüber zu machen. Solange man das tut, kann und darf man lesen, was man will. Guilty Pleasures können Spaß machen und sogar den Selbstwert eines Menschen positiv beeinflussen, doch eine gewisse Distanz zu den Inhalten kann trotzdem nicht schaden, vor allem auf einer gesamtgesellschaftlichen Ebene.
  • Auch AutorInnen fiktionaler Texte haben eine Verantwortung. Die Ausrede „das ist doch Fantasy/reine Fiktion, das muss man nicht ernst nehmen“ zählt nicht. Jedes Medium übt Einfluss auf die Leser aus, vor allem dann, wenn bewusst Identifikationsfiguren geschaffen werden, die (junge) Frauen für sich adaptieren. Diesen Fakt zu ignorieren ist fahrlässig.

So, und jetzt bin ich natürlich gespannt auf eure Meinung. Wie geht ihr mit solchen Büchern um? Wie schwerwiegend seht ihr die Problematik dahinter? Was wären gute Strategien, um sich dem Diskurs zu nähern? Lasst es mich gerne wissen.


Wer sich weiter mit dem Thema befassen möchte, für den verlinke ich gerne weitere Blogartikel oder Statements. Postet weitere Links gerne in den Kommentaren, dann füge ich sie an.

Verwischte Grenzen: Wenn Literatur toxisch wird (Stürmische Seiten)

Rape Fiction – Muss das wirklich sein? (Frau Schreibseele)

Rapefiction Debatte – es geht um alles, aber nicht um Sex (Geekgeflüster)

Rezension zu „Paper Princess“ (Kitsune Books)

Kommentar zu „Paper Princess“ (Kielfelder Blog)

„Man darf ja bald gar nichts mehr sagen!“ oder: Wie man unmoralische Handlungen handwerklich gut in fiktionalen Texten verpackt (Schreib‘ Kunst!)

 

[1] Alle wissenschaftlichen Studien, die ich hier konkret nenne, habe ich verlinkt, allerdings sind einige nicht offen zugänglich. Sollte daran Interesse bestehen, schreibt mir eine Email.

Das Wirtshaus am Wegesrand – eine kulinarische Leseprobe

Im Fantasy-Rollenspiel gibt es einige wiederkehrende Elemente, die einfach jeder kennt. Eines davon ist das obligatorische Gasthaus am Wegesrand, in dem sich die Heldengruppe bei Bier und Schmalzbrot zum ersten Mal begegnet und überraschend bemerkt, dass sie a) dasselbe Ziel verfolgen oder b) denselben Weg einschlagen wollen. Meistens bietet dieses Szenario dann den Ausgangspunkt für das nächste große gemeinsame Abenteuer. In der Heldenreise nach Campbell würde man wohl vom „Überschreiten der ersten Schwelle“ sprechen.

Auch in „Unter einem Banner“ gibt es eine solche Wirtshausszene. Zugegeben, meine „Helden“ (bewusst in Anführungszeichen) kennen sich schon vorher und ihr Abenteuer hat bereits begonnen, trotzdem hat diese Szene – und die darauf folgenden – eine gewisse Schwellenfunktion. Die Protagonisten begreifen, dass es kein Zurück gibt und stehen vor ihrer ersten großen Bewährungsprobe.

Einen kurzen Ausschnitt daraus gibt es heute in einer Leseprobe. Um alte Traditionen nicht abreißen zu lassen, garniere ich auch diesen Textausschnitt mit einer kleinen Rezeptidee. Solange die Tage noch grau und kalt sind definitiv empfehlenswert.


Beginn der Leseprobe

Schweigen hüllte den Wagen ein, der schmatzend durch den Schlamm pflügte. Der Kutscher pfiff ein fröhliches Liedchen, als würden weder die Ereignisse in Arlis noch das grässliche Wetter seine Laune trüben. Reykan rollte währenddessen eine der Decken auseinander und reichte sie Benrik. Die Wolle hatte sich zwar schon mit Wasser vollgesogen, doch der Prinz schlang sie trotzdem dankbar um seine Schultern. »Wir kommen jetzt nach Arnshof«, erklang wenig später die Stimme des Fuhrmanns. »Werd’ dann an der Brücke nach Osten abzweigen, Richtung Jachen. Wie sieht’s mit Euch aus?« 

»Wir bleiben hier«, entschied Reykan. »Gibt es eine Herberge in Arnshof?« 

»Sicher«, der Fuhrmann nickte, »Elmas Stube. Gutes Haus, süffiges Bier. Die haben da auch Zimmer.« 

Reykan atmete auf und sah zu, wie der Kutscher seinen Karren durch die kleine Ortschaft lenkte. Die Sonne war untergegangen und feuchter Dunst umfing die Bauernhäuser wie ein weißer Schleier. Im strömenden Regen wagte sich kaum jemand auf die Straße, doch aus dem Inneren eines ansehnlichen Fachwerkhauses drang Licht und erleuchtete das bronzene Wirtshausschild. 

»Habt vielen Dank«, murmelte Reykan, als er aus der Kutsche kletterte. Schmatzend gruben sich seine Stiefel in den Schlamm. »Ihr habt uns wirklich sehr geholfen.« Es nagte an ihm, dass er den Mann nicht bezahlen konnte, aber im Moment blieb ihnen gerade noch genug für eine Nacht im Gasthaus und zwei Abendessen. 

Der Fuhrmann winkte ab und lüpfte seinen breitkrempigen Hut. »Nichts zu danken. Gute Weiterreise.« Er schnalzte mit der Zunge, trieb seine Rösser an und Reykan stieß die Tür zur Herberge auf. Rauchige Hitze umfing ihn wie eine warme Decke und Benrik hinter ihm stöhnte erleichtert auf. 

»Guten Abend, die Herren.« Die pausbäckige Wirtin, die ihre Rundungen in ein viel zu enges Mieder gezwängt hatte, lächelte ihnen fröhlich entgegen. »Grässliches Wetter, nicht wahr? Nehmt doch Platz.« 

Während sich Benrik überschwänglich bedankte, ließ Reykan routiniert seinen Blick durch den Schankraum gleiten. Einige Bauern saßen an klobigen Holztischen beisammen und spielten Karten. Zwei weitere Männer sahen nach Reisenden aus, die der Regen ins Gasthaus getrieben hatte. Ein einzelner Bursche in Reitkleidern hockte am Tresen über seinem Bier. Keine Waffen in Sichtweite. Dennoch entschied sich Reykan für einen der Tische am Fenster und platzierte den Prinzen mit dem Rücken zur Wand. 

Ungefragt stellte die Wirtin zwei dampfende Becher mit Gewürzwein vor ihnen auf den Tisch und strahlte von einem Ohr zum anderen. »Ihr seht aus, als würden Euch die guttun, nicht wahr?« 

»Und wie!« Benrik umschloss den Tonbecher erleichtert mit den Händen. »Habt Ihr auch ein Abendessen für uns?« 

»Gewiss«, erwiderte die Wirtin heiter. »Schwarzbrot mit Griebenschmalz, eine deftige Gemüsebrühe oder etwas Räucherschinken?« 

»Von allem etwas«, bestellte Benrik eifrig. »Seid ruhig großzügig mit dem Schinken, und …« 

»Sachte.« Reykan gebot ihm mit einer Geste Einhalt, linste beklommen in seine Geldkatze und leerte den kargen Inhalt auf den Tisch. »Bekommen wir dafür zwei Zimmer, Abendessen und etwas Proviant?« 

Die Wirtin zählte die Münzen, zog die Nase kraus und lächelte dann bemüht höflich. »Nun, da lässt sich bestimmt etwas machen. Wir haben allerdings nur noch ein Doppelzimmer. Die beiden Einzelzimmer haben die Herren dort drüben für sich beansprucht.« 

»Ein Zimmer?« Benrik warf Reykan einen spöttischen Blick zu und grinste. »Gut, warum nicht. Kalte Nächte, nicht wahr?« 

Reykan knurrte nur beiläufig und wandte sich der Wirtin zu. Das Herzklopfen ignorierte er. »Dann sagen wir zwei Kupfer für das Abendessen, vier für das Zimmer … und anderthalb für einen warmen Zuber?« 

Die Wirtin zählte die Münzen ab und nickte. »Natürlich, meine Herren. Ich bringe Euch das Abendbrot, danach sollte der Zuber fertig sein.« 

Als sie hinter dem Tresen verschwand und den Reiter abkassierte, beugte sich Benrik grinsend über den Tisch. Das Feuer war in seine graublauen Augen zurückgekehrt und verwandelte sie vom trüben Sturmmeer in leuchtende Aquamarine. »Das klingt doch nach einem vielversprechenden Abend, findet Ihr nicht? Genau richtig in einer grässlichen Situation wie dieser. Wein, ein warmer Zuber, ein gemeinsames Bett …« 

Reykan schnaubte und verschränkte die Arme vor der Brust. Seine Wangen brannten unangenehm. »Euer Vater ist tot«, zischte er angespannt, »Arlis steht in Flammen – und alles, woran Ihr denken könnt, ist Euer Vergnügen?« 

Benrik blähte die Nasenflügel, schlagartig war das Leuchten aus seinen Augen verschwunden. »Danke für die Erinnerung«, knurrte er. »Soll ich weinen und schreien, wäre Euch das lieber? Mit meinem Schicksal hadern, die Welt verfluchen und mich in den Alkohol flüchten?« 

»Nein«, beantwortete Reykan die rhetorische Frage und ignorierte den Seitenhieb, »aber ein wenig Anteilnahme stünde Euch gut zu Gesicht.« 

Benrik schnaubte. »Vielleicht solltet Ihr mir die Entscheidung überlassen, wie ich mit dem Tod meines Vaters umgehe? Wenn Ihr schon keine Lust auf eine angenehme Konversation habt, dann bohrt wenigstens nicht mit dem Finger in meinen Wunden.« 

Reykan presste die Lippen zusammen und schwieg. Er spürte, wie ihm die Röte ins Gesicht stieg, und schämte sich für seine heftige Reaktion. Benrik versuchte ihn lediglich zu provozieren, das war alles. »Eine angenehme Konversation stelle ich mir anders vor«, erwiderte er brüsk. »Aber vielleicht bin ich einfach immun gegen Euren Charme.« 

Benrik lachte bitter. »Das werden wir noch sehen, Herr von Torat.«


 

Rezept für Gewürzwein (Hypocras)

1 Flasche trockener Rotwein
100 g Zucker
je 1-2 TL Nelkenpulver, Zimt, Kardamom, Chili, Ingwer und Muskat
1-2 EL Rosenwasser

Rotwein in einem Topf erhitzen bis knapp vor den Siedepunkt, Zucker unterrühren und kurz aufkochen. Die Gewürze vermengen und etwa die Hälfte davon in den Topf geben. Umrühren und ca. 10-15 min bei niedriger Hitze ziehen lassen. Danach abschmecken und ggf. mehr Gewürze und das Rosenwasser hinzufügen. Abschließend durch ein feines Sieb oder ein Tuch gießen, um die Rückstände aufzufangen.

Schmeckt heiß besonders gut, im Sommer aber auch eisgekühlt. Am besten innerhalb von 7 Tagen aufbrauchen.


 

Neugierig?

„Unter einem Banner“ ist als Ebook und bald auch als Taschenbuch erhältlich.

Link zu Amazon

Link zum Verlagsshop

Release „Unter einem Banner“

Ganz ehrlich, die Kleinen werden so schnell erwachsen. Kaum anderthalb Jahre ist es her, dass ich das erste Wort an diesem Manuskript geschrieben habe. Eine erstaunlich kurze Zeit, bedenkt man, welchen Weg meine Jungs seitdem schon hinter sich gebracht haben.

Im Sommer 2016 hatte ich die Schnauze voll von meinem Young-Adult-Mammut-Projekt, ich brauchte etwas Neues, etwas Erfrischendes. Irgendwo im Hinterkopf war da noch eine Idee. Ein Plotbunny, das ursprünglich einmal als Kurzgeschichte für die Helden-WG-Ausschreibung gedacht war. IMG_3450

Ich begann zu plotten, entwickelte die Figuren, die Hintergrundwelt und die Konflikte. Draußen hatte es ungefähr 30 ° C – in meinem Manuskript herrschte eisiger Winter und kühler Herbst. Ich hatte Lust auf ein raues Setting, nördlich gelegen, mit dichten Wäldern, eisigen Nächten und unheimlichen Kreaturen, die durch die Gebirge streifen. Mit kruden Festungen, harten Kerlen und deftigem Essen. Kurzum, ein klassisches Bilderbuch-Low-Fantasy-Szenario. Nur ein Aspekt bricht mit diesen Stereotypen, nämlich die Liebesgeschichte zwischen den beiden männlichen Protagonisten.

Begleitet hat mich auf dieser Reise vor allem meine bezaubernde Buchpatin Anna, die von Anfang an immer mit Rat und Tat zur Seite stand, auch nicht mit Kritik gezögert hat, wenn sie notwendig war, aber vor allem sehr viel Lob im Gepäck hatte. Auch die wunderbaren Damen von der „Magischen Jungs“-Plotgruppe und den Dirrty Stars im Tintenzirkel waren eine große Hilfe. Nur knapp acht Wochen hat es gedauert, bis die Rohfassung fertig war – ein gutes Indiz dafür, dass die Chemie zwischen mir, Reykan und Benrik einfach stimmte.

Deadsoft_VertragMeine beiden großartigen Betaleserinnen Mona und Michaela hatten dann noch den entscheidenden Blick für die Details, die Stringenz der Handlung und die angelegten Konflikte, sodass ich mit gutem Gefühl im März 2017 meine Bewerbung an den Dead Soft Verlag schickte. Kaum acht Wochen später kam die Zusage. Reibungsloser kann es kaum laufen.

Ich hatte das große Glück, mit Rebecca Andel eine unheimlich motivierte und sympathische Lektorin zu bekommen, die sich gemeinsam mit mir in das Manuskript verliebt hat und mit sehr viel Fingerspitzengefühl das letzte bisschen aus der Geschichte herauskitzeln konnte. Na ja, und sie hat geholfen, die zahlreichen kardiovaskulären Vorfälle und Magenverstimmungen meiner Protas zu reduzieren. *hust*


Und ja, jetzt ist das Baby da. Wahnsinn. Das Cover von DaylinArt gefällt mir unheimlich gut und ich bin mir sicher, auf dem Print wird es umwerfend aussehen.

So. Jetzt habe ich genug erzählt. „Unter einem Banner“ ist ab jetzt auf Amazon und im Verlagsshop als Ebook erhältlich. Das Taschenbuch erscheint am 28. Januar.

Wie immer freue ich mich wahnsinnig über euer Feedback. Lasst mich wissen, wie euch die Geschichte gefallen hat, und erzählt es euren Freunden und Bekannten weiter.


 

1400

Jede Nacht durchleidet Reykan erneut die Schrecken des Krieges, in dem er mehr verloren hat als nur eine Schlacht. Reykan sehnt sich nach Frieden, aber sein Pflichtgefühl kettet ihn an den Königshof und zwingt ihn mitten in die Unruhen, welche die Hauptstadt in Atem halten. Als feindliche Truppen die Mauern stürmen und der König vor Reykans Augen stirbt, fällt ihm die undankbare Aufgabe zu, den verwöhnten Kronprinzen Benrik in Sicherheit zu bringen. Gejagt von skrupellosen Gegnern geraten die beiden ungleichen Männer immer wieder aneinander, bis Reykan beginnt, hinter Benriks Fassade zu blicken. Doch ihre Verfolger kommen näher und Reykan muss sich fragen, wie viel er wirklich für Benrik empfindet und was er bereit ist, für ihn zu opfern.

Verflucht & zugenäht

Derbe Sprache in der Fantasy-Literatur – Top oder Flop?

Ihr kennt das: In Filmen wird ständig geflucht. Kaum ein Hollywood-Blockbuster, in dem das F-Wort nicht am laufenden Band über die Lippen fließt. Für Alien 2 und 3 von Ridley Scott gibt es sogar ein passendes Trinkspiel: ein Shot für jeden Fluch. Aus sicheren Quellen weiß ich, man bleibt nicht lange nüchtern.

Aber wie ist das in Büchern, vor allem in der Fantasy, bei der man in der Regel einen sehr getragenen, blumigen, metaphorischen Schreibstil erwartet? Passen da Flüche oder Schimpfwörter überhaupt ins Repertoire der fantastischen Helden?

Fantastische Flüche und wo sie zu finden sind

Ich gebe unumwunden zu, bei „Opfermond“ würde sich ein Schimpfwörter-Trinkspiel ausgesprochen lohnen, zumindest dann, wenn ihr besoffen unter dem Tisch liegen wollt. Ja, es wird viel geflucht, vor allem in den Kapiteln, in denen Idra zu Wort kommt. Ihr loses Mundwerk ist Teil ihres Charakters und intensiv geprägt von der harschen, rauen Umgebung, in der sie aufgewachsen ist.

Generell ist derbe Sprache und die Verwendung von Flüchen und Schimpfwörtern ein charakteristisches Element düsterer Fantasy. In Jay Kristoffs „Nevernight“ übertrumpfen sich die Akteure regelmäßig in der Verwendung vulgärer Sprache, ebenso in Joe Abercrombies Klingenreihe oder in Susanne Pavlovics „Feuerjäger“-Trilogie. Schnell wird auf diese Weise deutlich, in welche Art von Welt sich der Leser hier verirrt hat und mit welchen Individuen er es zu tun bekommt. Hier gibt es keine romantischen Märchen, keine zuckerguss-rosa Regenbogenwelten und keine blumigen Beschreibungen. Hier geht es knallhart zur Sache.

IMG_20180112_163136Mia nickte. „Oh ja. Er ist so gefährlich wie ein Sack Schwarzflecknattern. Und eine echte Fotze, das steht fest.“
Der Junge hob die Augenbrauen, den Mund staunend geöffnet.
„Was?“
„Meine Mutter sagte, das sei ein schlimmes Wort“, erklärte Tric mit gerunzelter Stirn. „Das schlimmste überhaupt.“ […]
„Ach, tatsächlich?“ Das Mädchen zog wieder an ihrem Zigarillo. „Und wieso?“
„Weiß ich nicht“, brummte Tric verlegen. „Das hat sie eben gesagt.“
– Aus „Nevernight – Die Prüfung“ von Jay Kristoff (Verlag Fischer TOR)

Gib mir Tiernamen!

Wie alle sprachlichen Stilmittel erfüllt auch die Verwendung derber Sprache eine Funktion – oder sollte das zumindest, um vom Leser auch als Mittel zum Zweck erkannt zu werden und nicht nur als substanzlose Provokation. In Zeiten, in denen Flüche ihren Schrecken in der Gesellschaft verloren haben, kann die bloße Nennung solcher Worte ohnehin nicht mehr schockieren.

Derbe Sprache kann verschiedene Aufgaben im Text erfüllen. Zum einen kann sie helfen, Figuren zu charakterisieren. Ein verlottertes Straßenmädchen oder ein rauer Space-Marine haben vielleicht einen anderen Bezug zu Schimpfwörtern als ein Sohn aus gutem Hause. Oder flucht die elegante Fürstin vielleicht sogar besonders oft, weil sie sich von der spießigen Gesellschaft um sie her abgrenzen will? Oder um zu schockieren? Kurzum, Erzählstimmen oder Dialoganteile lassen sich durch sprachliche Entgleisungen angenehm variieren und schenken dem Leser ein Gefühl für die Persönlichkeit oder Geschichte des Charakters.

Zum anderen vermittelt derbe Sprache auch einen Eindruck von Authentizität. Menschen fluchen nun einmal laut und herzlich, wenn sie in einen Legostein treten, mit dem Kopf gegen das offene Fenster knallen oder einen fatalen Fehler zu spät bemerken. Flüche lassen einen Menschen überzeugender, glaubwürdiger und manchmal sogar sympathischer wirken – klingt absurd, ist aber sogar wissenschaftlich belegt. Auch Gefühle werden über Flüche oft besser und ehrlicher transportiert als über langwierige Beschreibungen. Eine im Zorn ausgestoßene Verwünschung oder eine fiese Beleidigung lässt den Leser intensiv an der Gefühlswelt des Protagonisten teilhaben und macht unmissverständlich klar, wie es ihm gerade geht: ziemlich bescheiden (das war übrigens ein Test – „beschissen“ hätte euch an dieser Stelle sehr viel stärker emotional involviert oder? Gebt es zu.)

Ganz abseits dieser sehr technischen Aspekte können Flüche auch eine tragende Funktion innerhalb einer Geschichte haben, nämlich dann, wenn sie – ganz unaufdringlich – Weltenbauelemente vermitteln. Der raue Fantasy-Held flucht eben nicht „verdammt“ oder „zum Henker“ oder „ach Gottchen“, sondern „bei den bebenden Möpsen Trelenes“ (Nevernight) oder „Meridias nackter Arsch“ (Feuerjäger). Solche Anspielungen lockern das Geschehen auf, bringen den Leser zum Schmunzeln (vielleicht) und geben ihm gleichzeitig das Gefühl, wirklich voll und ganz ins Geschehen eingetaucht zu sein. Kleine Details, aber mit großer Wirkung.

In puncto „Flüche und Weltenbau“ ist aber auch Vorsicht angezeigt. Viele Schimpfworte und Flüche in unserem Sprachgebrauch haben einen religiösen bzw. regionalen Hintergrund, der sich nicht eins zu eins auf ein Fantasy-Szenario übertragen lässt. Manche sind dagegen eng mit modernem Slang oder Jugendsprache assoziiert und daher nicht für alle Szenarien geeignet. Aber genau das lässt wiederum Spielraum für eigene Kreationen.

Muss das wirklich?

Natürlich darf man sich die Frage stellen: Muss das sein? Muss der Held oder die Heldin auf jeder Seite fünf verschiedene Personen als Bastard, Hurensohn oder Schlimmeres bezeichnen? Nein, natürlich nicht. Wie bei allen Stilmitteln gilt: Die Dosis macht das Gift. Nicht jedes Genre, nicht jeder Charakter, nicht jede Geschichte wird dadurch aufgewertet, im Gegenteil, manchmal kann der Schuss auch nach hinten losgehen. Gerade bei stark diskriminierenden, beleidigenden oder gar rassistischen Schimpfworten ist viel Fingerspitzengefühl gefragt. Bei rassistischen, homophoben oder frauenfeindlichen Charakteren mag es sinnvoll und authentisch sein, sie entsprechende Beleidigungen ausspucken zu lassen, doch sollte man sich der Wirkung dessen bewusst sein. Einen Bösewicht nur über seine derbe Sprache zu definieren ist darüber hinaus ziemlich plump.

In der Fantasy gefällt es mir gut, wenn auch Beleidigungen oder Schimpfwörter im Sinne des Weltenbaus variiert werden. In „Harry Potter“ gilt Schlammblut als schreckliche Beleidigung für muggelstämmige Zauberer. In der Königsmörder-Chronik ist das vermeintlich harmlose Wort Rabauke eine schlimme rassistische Beleidigung für das fahrende Volk der Edema Ruh. Natürlich entfalten diese Bezeichnungen nicht sofort dieselbe emotionale Wucht und erzeugen nicht dieselbe Empörung wie irdische Beleidigungen, gleichzeitig bergen sie aber auch nicht die Gefahr, Leser zu verletzen. Ganz abgesehen davon, dass solche Anekdoten auch dabei helfen, die Welt, in die man eingetaucht ist, intensiver zu illustrieren.

Fazit

Fassen wir zusammen. Derbe Sprache kann auch in Fantasy-Welten ihren berechtigten Platz haben, wenn sie hilft, die Welt oder die Figuren näher zu charakterisieren oder wenn sie der Authentizität der Charaktere zuträglich ist. Also, scheiße nochmal, lasst eure Figuren fluchen, wenn es zu ihnen passt. Überlegt euch kreative, interessante und spannende Möglichkeiten, die Welt eurer Figuren in ihre Flüche einzuweben. Dann haben eure Leser sich auch Spaß daran.

Was denkt ihr darüber, mögt ihr vulgäre Sprache in Büchern oder stört es euch eher? Wie geht ihr als Autor oder Autorin damit um? Habt ihr euch schon mal kreative Schimpfwörter für eure Romane ausgedacht? Wenn ja, erzählt doch mal. ^_^

[Ankündigung] Release „Unter einem Banner“

Ihr Lieben, das Jahr 2018 startet gleich mit tollen Neuigkeiten. Mein Low Fantasy Roman „Unter einem Banner“ erscheint spätestens im Februar im Dead Soft Verlag.

Das zweite Mal ist natürlich nicht mehr so aufregend wie das erste, aber ich hab doch ein bisschen Herzklopfen, denn Reykan und Benrik sind mir sehr ans Herz gewachsen. Was anfangs nur die Idee zu einer Kurzgeschichte sein sollte, wuchs sich zu einer Roman-Idee aus – eine gute Entscheidung, wenn ihr mich fragt.

Heute möchte ich euch schon einmal das Cover und den vorläufigen Klappentext zeigen.

Unbenannt

Wer Reykan übrigens schon vor Veröffentlichung kennen lernen möchte, kann sich noch heute bis Mitternacht für meinen Newsletter anmelden. Für alle Abonnenten gibt es eine Gratis-Kurzgeschichte, die euch in Reykans Jugend 20 Jahre vor den Ereignissen aus „Unter einem Banner“ entführt.

Na, was meint ihr? Seid ihr neugierig?

Eleas Jahresrückblick 2017

Ein ausgesprochen aufregendes und außergewöhnliches Jahr neigt sich dem Ende zu und es wird Zeit, eine kurze Bilanz zu ziehen. Was habe ich 2017 erreicht? Was hat sich literarisch für mich verändert? Was ist noch offengeblieben? Begleitet mich auf einem Streifzug durch das Jahr 2017.

2017Statistik

Das Jahr der Vernetzung

IMG_20170626_075054_794Auch wenn die obigen Zahlen das vielleicht nicht nahelegen, 2017 war ein eher ruhiges Jahr für mich. Weder habe ich mir eine verbindliche Wortzahl gesetzt, noch eine bestimmte Anzahl an fertigzustellenden Manuskripten definiert. Dadurch habe ich 2017 tatsächlich nur einen Roman beendet, was sich nicht sonderlich produktiv anfühlt, zumal drei Fragmente darauf warten, beendet zu werden. Ich hasse unbeendete Dinge. 😉 Beachtet man allerdings, was sonst noch alles passiert ist, ist dieser „Einbruch“ durchaus verständlich.

Das Jahr der Vernetzung

Müsste ich 2017 in einem Wort beschreiben, dann war es für mich das Jahr der Vernetzung. Begonnen hat es im Februar 2017 mit der Einrichtung meines Twitter-Accounts, denn ohne Twitter hätte ich niemals das Nornennetz kennen gelernt, bei dem ich seit Sommer festes Mitglied bin, und auch nicht vom LitCamp in Heidelberg erfahren, das mich mit unheimlich vielen tollen Buchmenschen zusammengebracht hat.

image

Im Nachhinein kann ich kaum glauben, dass es eine Zeit gab, in der all diese Menschen nicht zu meinem Leben gehörten – denn die Unterhaltungen mit ihnen, der Austausch und die Diskussion hat mich nicht nur literarisch, sondern auch menschlich weitergebracht. Im Oktober habe ich mich außerdem auf meine erste Buchmesse getraut, mit Buchhändlern und Fans gesprochen und neue Weichen für die Zukunft gestellt.

Natürlich durften auch meine jährlichen sozialen Highlights nicht fehlen, die RPC, das Tintenzirkeltreffen im Schieferpark und der jährliche Buchmesse Convent in Dreieich, auf dem ich dieses Jahr sogar lesen durfte. Ich bin unheimlich glücklich und dankbar, mittlerweile ein so festes Bestandteil der Indie-Phantastik-Szene zu sein und überall bekannte Gesichter zu treffen. Das ist ein großartiges Gefühl.

Der Opfermond geht auf

Opfermond_5Apropos großartig: Natürlich war 2017 auch das Jahr meines Roman-Debüts. Im September ist „Opfermond“ im Mantikore-Verlag erschienen und hat mir schlaflose Nächte, abgekaute Fingernägel und Freudenstürme beschert. Das Gefühl, zum ersten Mal den eigenen Roman in den Händen zu halten und zu signieren, ist kaum in Worte zu fassen. Ich bin auch immer noch absolut überwältigt von der tollen Resonanz, die der Roman erhalten hat, von dem Lob und den großen Worten, die ihr – meine Leser – mir geschenkt habt. Vielen, vielen Dank dafür – ihr seid wundervoll!

Nicht nur „Opfermond“ hat dieses Jahr das Licht der Welt erblickt, es sind auch vier Kurzgeschichten aus meiner Feder in Anthologien erschienen und seit Ende Februar betreibe ich diesen kleinen Blog, der sich zusehends mit Inhalten gefüllt hat. Was sich anfangs noch recht schleppend anfühlte, ist zu einer liebenswerten Routine für mich geworden, und gerade die „Charaktere auf der Couch“-Reihe hat mir großen Spaß gemacht.

Auch literarisch habe ich 2017 vieles gelernt. Gerade befindet sich der dritte Roman im Lektorat und dank der intensiven Zusammenarbeit mit meinen Lektorinnen und Verlegern bzw. Verlegerinnen blicke ich mit ganz neuen Augen auf meine Texte, entdecke alte Fehler und mache neue. 😉 Ich habe in Schreibratgebern geschmökert, Podcasts gehört und mich mit Kolleginnen und Kollegen ausgetauscht. Ich glaube, schön langsam kristallisiert sich eine gewisse Routine für mich heraus, mit der ich gut arbeiten kann. Das heißt aber nicht, dass ich nicht noch ein ganzes Stück besser werden will.

Das Jahr privat

IMG_20171030_160759Privat hat sich mein Leben solide stabilisiert, ich stehe mit beiden Beinen im Brotjob, finanziell bin ich gut abgesichert, nur meine Wohnsituation und das Pendeln schlauchen immer noch. Ich hoffe, da ergibt sich 2018 eine neue Lösung. Mit der 30-Stunden-Stelle bleibt etwas weniger Zeit für das Schreiben, dafür fühle ich mich im Brotjob wesentlich ausgelasteter und besser wertgeschätzt.  Und das ist ja auch wichtig. 😊 Außerdem war zeitlich und finanziell ein toller Venedig-Urlaub drin.

Ausblick – was bringt 2018?

Aber nun verlassen wir 2017 und werfen einen Blick in die Zukunft. Was hält 2018 für mich und für euch bereit? Zwei Romane aus meiner Feder stehen in der Warteschlange und ich freue mich auf beide schon riesig.

Anfang des Jahres wird „Unter einem Banner“ im Dead soft Verlag erscheinen, ein rauer Low Fantasy Roman über Krieg, Verantwortung, Schuld und die Beziehung zwischen zwei ungleichen Männern, die beide mit ihrer Vergangenheit kämpfen. Wer neugierig ist, kann sich noch bis zum 8. Januar für meinen Newsletter anmelden und eine Kurzgeschichte als kleinen Vorgeschmack auf den Roman erhalten.

Im Sommer erscheint dann im Verlag Ohneohren „Sand & Wind“, ein phantastisches, witziges und romantisches Orient-Märchen im Stil von 1001 Nacht mit jede Menge Action und Aladdin-Flair. Auch darauf freue ich mich schon sehr, denn dieser Roman hat mir 2014 meinen bisher produktivsten und gleichzeitig lustigsten Nanowrimo beschert. Ich hoffe, ich kann ein bisschen von dieser Schreibfreude an euch weitergeben.

Vier Anthologien mit Kurzgeschichten aus meiner Feder stehen außerdem in den Startlöchern, ich werde zum ersten Mal die Leipziger Buchmesse besuchen und darf im September auf dem Festival Mediaval, dem größten Mittelalter-Festival Deutschland, aus „Opfermond“ lesen. Wow. Ehrlich, Leute, ich bin schon voll gehyped auf dieses Jahr. Es wird toll!

2018 soll außerdem wieder ein produktives Jahr werden. Vier Romane warten darauf, fertiggestellt zu werden, und vielleicht ergibt sich ja sogar der eine oder andere Vertrag für 2019. The show must go on – und so. Wisst ihr ja.

Prosit Neujahr!

In diesem Sinne, ihr Lieben, danke ich jedem Einzelnen von euch, der mich in diesem turbulenten Jahr unterstützt hat, und hoffe sehr, dass ihr auch nächstes Jahr weiter an meiner Seite seid. Ich wünsche euch allen ein erfolgreiches, harmonisches und kreatives Jahr 2018, das viele schöne Überraschungen, Momente und Erlebnisse für euch bereithält und euch euren Wünschen und Träumen etwas näherbringt. Ich habe dieses Jahr ein gutes Stück meines Traums gelebt. Ihr könnt das auch!

Alles Liebe und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Eure Elea