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Der Blutmond naht

Die Mondfinsternis in Mythologie & Fiktion

Am 27. Juli erwartet uns ein besonderes astronomisches Ereignis: die längste totale Mondfinsternis dieses Jahrhunderts.

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Foto eines „Blutmonds“

Seit jeher haben Mond- und Sonnenfinsternis Literatur und Mythologie weltweit beeinflusst, denn auch wenn die Mondfinsternis kein besonders seltenes Ereignis ist, so ist sie trotzdem ein außergewöhnlicher Anblick: Sonne, Erde und Mond liegen auf einer geraden Linie, sodass der Mond den Schattenkegel der von der Sonne beleuchteten Erde durchläuft.  Da durch die Erdatmosphäre vor allem rote Anteile des Sonnenlichts gebrochen werden, bleibt der Mond sichtbar und erhält eine rötliche Färbung. Daraus resultiert auch der im Volksmund gebräuchliche Name „Blutmond“.

Ein böses Omen?

Kein Wunder also, dass das „Verschwinden des Mondes“ und seine blutrote Farbe so manchen Menschen zu schauerlichen Geschichten inspiriert hat. In der Weltgeschichte wurde die Mondfinsternis von verschiedenen Völkern als ein böses Omen betrachtet, das als Zeichen für Katastrophen, Kriege oder Krankheiten stehen konnte. So glaubten zum Beispiel die alten Ägypter, dass Seth versuche, den Mond – das Auge Horus – zu stehlen und zu verschlucken. In der Mythologie der Incas hingegen griff ein Jaguar den Mond an und fraß ihn, dadurch erklärten sie sich die blutrote Farbe. Aus Sorge, dass der Jaguar auch die Menschen auf der Erde anfallen könnte, veranstalten die Incas großen Lärm und warfen mit Speeren in den Himmel, um den Jaguar zu vertreiben. Einen weiterer interessanter Brauch findet sich in Mesopotamien und Babylonien: Hier glaubte man, eine Mondfinsternis würde den baldigen Tod des Herrschers vorhersagen. Daher wählte man einen Doppelgänger, der den Herrscher ersetzte, bis die Mondfinsternis vorüber war. Leider wurde der arme Doppelgänger danach ermordet, unabhängig vom Erfolg des Rituals.

Eines haben diese Geschichten trotz ihres unterschiedlichen Ursprungs gemeinsam: Der „Blutmond“ galt als Vorzeichen für schlimme Ereignisse und als übernatürliches Zeichen der Götter.

Von Ritualen, Geistern und Serienmördern

Es überrascht also nicht, dass auch zeitgenössische Filme und Literatur dieses Thema aufgegriffen haben. Schon der Name „Blutmond“ weckt Assoziationen von Mord, Totschlag, geheimen Riten und übersinnlichen Kräften, die Autorinnen und Autoren in verschiedenen Genres immer wieder aufgegriffen haben.

Im Film „Brothers Grimm“ kann die Hexenkönigin ihre Jugend nur bei einem Ritual zurückerlangen, das während einer Mondfinsternis stattfindet – und das die Helden natürlich zu verhindern suchen. Auch in der Serie „American Horror Story: Roanoke“ bekommt die Mondfinsternis eine übersinnliche Komponente: Die Nacht des Blutmonds wird als der Zeitpunkt beschrieben, an dem die Geister der Vergangenheit die Lebenden heimsuchen und nach ihrem Leben trachten. Ähnlich blutrünstig geht es bei Thomas Harris‘ Thriller „Roter Drache“ zu, dessen Verfilmung von 1987 (ja, die gab es, noch ganz ohne Anthony Hopkins) den deutschen Titel „Blutmond“ trägt. Die Mondfinsternis selbst spielt hier zwar keine entscheidende Rolle, stattdessen ergibt sich der Titel als Zusammenspiel der blutigen Taten eines Serienkillers und des Vollmonds als Tatzeitpunkt. Die geweckte Assoziation ist jedoch dieselbe: Mord und Totschlag verbinden sich mit dem übersinnlich angehauchten Motiv des Mondes, eine Kombination, die gut auf Thomas Harris‘ Täter passt. Weniger bekannt ist dagegen die Erzählung „Mondfinsternis“ von Friedrich Dürrenmatt, die als Vorlage zu seinem Drama „Der Besuch der alten Dame“ gilt. Sie erzählt von einem Dorf, das sich bereit erklärt, gegen Geld einen ihrer Bewohner zu exekutieren. Als sich dann während der nächtlichen Hinrichtung der Mond verfinstert, überkommt die Täter Zweifel an ihrem Tun – doch sie lassen nicht davon ab. Auch hier dient die Mondfinsternis als übersinnliches Zeichen, das die Akteure aber nicht von ihrem Verbrechen abbringt.

Neben diesen Beispielen findet der Blutmond auch in verschiedenen Geschichten über Werwölfe, Vampire und Gestaltwandler einen Platz und wird dabei meistens mit negativen Aspekten oder einer großen, mythologischen Bedeutung in Verbindung gebracht.

Blut- und Opfermond

Aber welche Rolle spielt die Mondfinsternis denn nun in „Opfermond“? Nun, das darf ich an dieser Stelle natürlich noch nicht ausplaudern. So viel sei aber verraten: Auch in Ghor-el-Chras, dem Schauplatz von „Opfermond“, gilt das Ereignis als Vorzeichen für etwas ausgesprochen Bedrohliches, das in den Tiefen unter der Stadt lauert.

Und der Opfermond ist nicht mehr fern …


 

Weitere Beiträge zur Bloggerwoche:

22. Juli: Blut- und Opfermond, wenn Fiktion auf Realität trifft | KeJas Blogbuch

23. Juli: Sekten in „Opfermond“ | Myna Kaltschnee

24. Juli: Von Auftragsmördern und Huren: Analyse der Hauptfiguren | Buchdrache

25. Juli: Lieblingsstellen | Team Buchmagie

26. Juli: Opfermond: Prototyp eines Rollenspiels | Nerds gegen Stephan

27. Juli: Live-Lesung mit Elea Brandt & Gewinnspiel | 18 Uhr via Facebook

„Sand & Wind“ ist erschienen

Ein Hauch von Wüstenwind weht durch die Buchlandschaft – seit Montag ist „Sand & Wind“ als Ebook erschienen.

Ich bin schon sehr gespannt, wie mein Herzensprojekt bei euch ankommen wird – ich hoffe, ihr werdet es mögen.

Um euch ein bisschen neugierig zu machen, zeige ich euch hier noch einmal die wundervollen Charakterportraits, die Elif Siebenpfeiffer für mich angefertigt hat. Sind sie nicht atemberaubend?

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Mehr über die Charaktere, die Schauplätze des Romans und Einblicke in die zarbahanische Küche findet ihr hier (einfach den Links folgen).

Wenn ihr Lust habt, „Sand & Wind“ für nur 3,49 € zu erstehen, dann bekommt ihr das Ebook auf Amazon, auf Xinxi und im Verlagsshop. Weitere Shops (z.B. Tolino, iBooks) folgen demnächst.n

Auf Xinxi findet ihr außerdem eine Leseprobe aus den ersten Kapiteln.

Lasst euch ins orientalische Zarbahan entführen. 🙂 Viel Spaß!

 

Gewinnspiel „Sand & Wind“

Ihr Lieben, am 25. Juni erscheint mein Orient Fantasy-Roman „Sand & Wind“ als Ebook im Verlag Ohneohren – und passend dazu gibt es ein kleines Rätsel mit Gewinnspiel für euch.

Seit Anfang der Woche findet übrigens auf Facebook auch die passende Releaseparty statt, nämlich die Verlobung von Schah Elis ben Sidef mit Prinzessin Arazin. Noch könnt ihr vorbeischauen und euch das tolle Programm ansehen: Klick (Facebook-Link)

Die perfekte Sitzordnung

Das Bankett zur Verlobungsfeier in Zarbahan ist eröffnet, und der Haushofmeister des Schahs steht vor einer großen Herausforderung: Er muss die richtige Sitzordnung für diesen Anlass wählen und allen Gästen einen der sieben Plätze (siehe Bild) zuweisen.

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Leider haben alle eigene Ansprüche, denen er nachkommen muss.

  • Elis, der Schah, nimmt am Kopfende Platz.
  • Prinzessin Arazin will aus Trotz so weit wie möglich von ihrem Verlobten entfernt sitzen.
  • Kareff, der Kämmerer, will Arazin im Auge behalten und sitzt ihr gegenüber.
  • Izafar, der Wesir, möchte selbstverständlich neben Elis sitzen.
  • Simani, die Zofe der Prinzessin, leistet ihrer Herrin Arazin Gesellschaft und nimmt neben ihr Platz.
  • Die Hofmarschallin Aqiru will zu Izafars Rechter sitzen, aber auf gar keinen Fall neben Prinzessin Arazin.
  • Der Hauptmann nimmt den letzten freien Platz.

GEWINNSPIELFRAGE: Auf welchem Platz sitzt der Hauptmann?

Zu gewinnen gibt es 2 x das Ebook zu „Sand & Wind“ im Wunschformat mit einem kleinen Goodie-Päckchen

Schickt eure Antwort (nur die Zahl des Sitzplatzes) per Mail an meine Email-Adresse im Impressum (Betreff „Gewinnspiel Sand&Wind“) oder per Twitter/Facebook als Privatnachricht. Aus allen richtigen Einsendungen werden zufällig die drei Gewinner/innen gezogen und zeitnah auf meiner Facebookseite bekannt gegeben.

Teilnahme ist bis 29. Juni um 23.59 Uhr möglich.

Viel Erfolg!

Bitte postet die Antwort NICHT unter diesem Beitrag und gebt keine Hinweise auf die Lösung, um anderen auch ihren Rätselspaß zu gönnen. Posts, die in diese Richtung gehen, werden sofort von mir gelöscht. Bitte seid fair. Fragen sind natürlich jederzeit erlaubt.

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Gewinnspielbedingungen und Datenschutz

TeilnehmerInnen des Gewinnspiels müssen mind. 18 Jahre alt sein und einen festen Wohnsitz in Deutschland, Österreich oder der Schweiz haben. Jede natürliche Person darf nur einmal am Gewinnspiel teilnehmen, bei Verstoß wird die Person von der Gewinnspielteilnahme ausgeschlossen.

Facebook, Twitter und WordPress haben nichts mit dem Gewinnspiel zu tun und steht nicht als Ansprechpartner zur Verfügung. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die TeilnehmerInnen erklären sich bereit, Elea Brandt im Gewinnfall ihre Email und Post-Adresse ausschließlich für den Gewinnversand zur Verfügung zu stellen. Dies kann per Facebook-Messenger oder per Email (siehe Impressum) erfolgen. Die Informationen werden nicht an Dritte weitergegeben, nicht gespeichert oder weiterverarbeitet und nach Ablauf des Gewinnspiels unverzüglich gelöscht. Dies gil ebenfalls für alle Email-Adressen, wenn die Teilnahme am Gewinnspiel per Mail erfolgt. TeilnehmerInnen erklären sich bereit, dass ihr Name im Gewinnfall auf der Facebookseite „Elea Brandt“ veröffentlicht wird.

Sollten sich eine/r oder mehrere GewinnerInnen binnen 7 Tagen nach Bekanntgabe nicht zurückmelden, wird der Gewinn erneut verlost. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.

Bildgrafik von https://de.freepik.com/…/mobel-symbole-in-der-architektur-p…, entworfen durch Freepik

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#buchpassion: Inspirierende Phantastik-Autorinnen

Wenn ich in mein Bücherregal blicke, dann muss ich gestehen, dass meine Fantasy-Regale immer noch sehr männerdominiert sind. Da stehen Terry Pratchett, Markus Heitz, Wolfgang Holbein und Joe Abercrombie. Alles Autoren, die tolle Bücher geschrieben haben, keine Frage, aber schade ist es doch, dass sich die Frauen gerade in der klassischen und der düsteren Fantasy bislang nicht durchsetzen konnten. Das merke ich nicht zuletzt bei meinem eigenen Roman-Debüt, das sich als Dark- bzw. Grim&Gritty-Fantasy in ausschließlich männlicher Gesellschaft befindet.

Für die tolle Aktion #buchpassion von Kapri Zioes habe ich einen Blick zurück in meine literarische Vergangenheit geworfen und drei phantastische Autorinnen ausgesucht, die mich in meiner Kindheit, meiner Jugend und in jüngster Zeit besonders beeindruckt oder geprägt haben. Autorinnen, die ganz ohne Kitsch und Klischees auskommen, die nicht in eine der stereotypen Frauen-Schubladen gesteckt werden können. Also, Vorhang auf.


Cornelia Funke

Ich glaube, von keiner anderen Autorin habe ich so viele Bücher gelesen wie von Cornelia Funke. Ich habe die „Wilden Hühner“ verschlungen, den „Drachenreiter“, „Igraine Ohnefurcht“, „Die Gespensterjäger“ und viele mehr. Cornelia Funkes Bücher haben mich durch meine Kindheit und Jugend begleitet, bis sie von den Harry-Potter-Romanen abgelöst wurde. Bis heute bin ich beeindruckt von den liebevollen Charakteren, der bildgewaltigen, traumhaften Sprache, dem Einfallsreichtum und dem leichten, lockeren Humor ihrer Bücher. Für Kinder und Jugendliche zu schreiben und dabei deren Lebenswelt und deren Fantasie so perfekt zu treffen ist eine Kunst, für die ich Cornelia Funke zutiefst bewundere. Wem dieser Genuss entgangen ist, sollte ihn schleunigst nachholen. Die Bücher bieten auch noch für Erwachsene großes Lesevergnügen.

Lieblingsbuch: Drachenreiter

Was ich bewundere: Stil & Sprache, Einfallsreichtum


 

Marion Zimmer Bradley

Ich denke, ich war etwa 14, als ich die „Nebel von Avalon“ zum ersten Mal gelesen habe. Es ist eines der weniger Bücher, die ich mehrfach las, obwohl es mehr als 800 Seiten hat, so sehr hat es mich gefesselt. Es war mein erstes Buch für Erwachsene und so gesehen auch mein erstes Fantasy-Buch abseits der Jugendliteratur. Damals dürfte der Roman in mir ungefähr dieselbe Faszination ausgelöst haben, wie heute „Game of Thrones“: Es ging um Liebe, um Sinnlichkeit, um Sex (die Szenen hab ich heimlich unter der Decke gelesen, man weiß ja nie), um Macht, um Politik – und alles erzählt aus der Sicht einer starken, präsenten Protagonistin, die moralisch nicht immer einwandfrei agierte, aber trotzdem eine große Sogwirkung erzeugte. Nach den „Nebeln von Avalon“ habe ich noch ein paar Romane aus dem Darkover-Zyklus gelesen, die mich aber nie so sehr beeindrucken konnten, obwohl auch dort starke, unabhängige Frauenfiguren dominieren.

Zugegeben, nachdem die Vorwürfe gegen Marion Zimmer Bradley wegen Missbrauch und körperlicher Misshandlung an ihrer Tochter und weiteren Kindern öffentlich wurden, hat sich mein Blickwinkel auf ihre Werke natürlich etwas verschoben. Ich möchte hier trotzdem nicht zu intensiv auf dieses Kapitel eingehen, denn zum einen bin ich zu wenig informiert, um konkrete Aussagen treffen zu können, zum anderen ändern diese Vorwürfe nichts an der Wirkung, welche die Bücher in meiner Jugend – lange bevor ich von der Anklage erfuhr – auf mich ausübten. Ein fader Beigeschmack bleibt trotzdem. Ich lasse euch den Link zum Wikipedia-Artikel da, dort findet ihr auch weiterführende Links. Zum Thema „Autoren und Werke trennen“ gibt es auch einen sehr interessanten Artikel auf Fischer-Tor Online.

Lieblingsbuch: Die Nebel von Avalon

Was ich bewundere: Atmosphärische Dichte, Charakterentwicklung


Margaret Atwood

Ich gebe zu, auf Margaret Atwood bin ich eher durch Zufall gestoßen und das auch erst vor etwa einem Jahr. Meine Tante empfahl mir ihre Bücher und ich war sofort extrem begeistert. In „Das Jahr der Flut“ und „Die Geschichte von Zeb“ lässt Margaret Atwood komplexe, vielschichtige Frauenfiguren zu Wort kommen, die Ecken und Kanten haben, die nicht schön oder einfach sind. Sie kämpfen gegen persönliche Widrigkeiten, um ihren Platz im Leben und gegen eine kalte, von Konzernen regierte Gesellschaft, die sich selbst zugrunde richtet. Margaret Atwood besticht aber nicht nur durch ihre tollen Figuren, sondern zeigt auch eindrucksvoll, dass man durchaus sämtliche bekannten Schreibregeln brechen darf, wenn man es kann. Sie kann es. Auf der Frankfurter Buchmesse am 15. Oktober wird Margaret Atwood zudem mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Ich muss definitiv noch mehr von ihr lesen, „A handmaid’s tale“ liegt schon auf meinem SUB.

Lieblingsbuch: Das Jahr der Flut

Was ich bewundere: sämtlich Schreibregeln zu brechen und genau deswegen grandiose Bücher zu schreiben


 

Wie steht es mit euch, welche Fantasy- oder Phantastik-Autorinnen findet ihr toll? Warum, was zeichnet sie aus?

Und – ein bisschen Werbung darf sein – mit dem Nornennetz ist dieses Jahr das erste Netzwerk für Fantasy-Autorinnen entstanden. Schaut doch mal vorbei.

 


Mehr Artikel findet ihr auf Twitter oder Instagram unter dem Hashtag #buchpassion

Autorinnen sind von der Venus?

Ein Beitrag zum Aktionsmonat #autorinnenzeit

„Wer eine Frau einmal unterschätzt hat, wird das nie wieder tun.“
– Sir Alex Guiness

Der Autor Sven Hensel hat den Mai zum Aktionsmonat für weibliche Autoren ausgerufen, und die Reaktionen auf Twitter waren heterogen. Während sich viele für die Idee bedankten, kam von anderer Seite Kritik: Noch so ein Aktionsmonat für Frauen? Brauchen wir so was überhaupt? Ich hab mich mal hingesetzt und versucht, mir meine eigene Antwort auf diese Frage zu bilden.

Musen, Geliebte, Managerinnen

Die Werke von Currer, Ellis und Acton Bells aus dem 19. Jahrhundert könnten moderne Psychothriller sein. Es geht um Wahnsinn, Trunksucht, Sex und Crime, um Ausgrenzung, Einsamkeit und die Unterdrückung der Frau. Gerade der letzte Punkt dürfte den Autoren besonders am Herzen gelegen haben, denn in Wahrheit verbargen sich hinter dem Pseudonym die drei Schwestern Charlotte, Emily und Anne Brontë. Eine Frau als Schriftsteller? Undenkbar in der damaligen Zeit. Als Musen, Geliebte oder Managerinnen ihrer schreibenden Gatten fanden sie durchaus Anklang in der literarischen Welt, doch um selbst zu publizieren mussten die Damen zu allerlei Tricks greifen. Selbst Bettina von Arnim bediente sich am Namen ihres Bruders oder am Dichterfürsten Goethe, um ihre Werke bekannt zu machen.

Glücklicherweise gehören diese Zeiten der Vergangenheit an. Heute bedarf es keines Pseudonyms mehr, um als Frau auf dem literarischen Parkett erfolgreich zu sein. Heute ist der Buchmarkt emanzipiert. Oder?

„My novel wasn’t the problem“

Die Autorin Catherine Nichols hat die Gleichberechtigung auf dem (amerikanischen!) Buchmarkt 2015 effektiv in Frage gestellt. Sie schickte ihr Roman-Manuskript an rund 50 Verlage und Agenturen. Einmal unter ihrem eigenen Namen, einmal unter dem Pseudonym George Leyer. Das Ergebnis war frappierend. Während sich nur zwei von fünfzig Adressaten bei Catherine meldeten, erhielt George binnen 24 Stunden bereits fünf positive Antworten, siebzehn insgesamt. Etwa ein Drittel der Agenten wollte damit Georges Gesamtmanuskript sehen, das von Catherine hingegen weniger als fünf Prozent – bei identischem Wortlaut. Frustriert kommt die Autorin zu dem Ergebnis: „My novel wasn’t the problem, it was me.“ (Link zum Original).

Gesucht: Frauenquote

Als Beweis für den geringen Anteil weiblicher Autoren auf dem Buchmarkt wird häufig der Literaturnobelpreis herangezogen. Über 80 % der Preisträger sind männlich, nur 12,6 % weiblich. Aber mal ehrlich – der Nobelpreis als Repräsentant des Buchmarktes? Ziemlich problematisch. Abgesehen davon wissen wir alle, wie sehr sich die Rolle der Frau in den letzten 100 Jahren verändert hat. Insofern ist der Nobelpreis wirklich ein schlechter Indikator für die aktuelle Situation. Besser geeignet scheint eine Inspektion der Bestsellerlisten. Der Spiegel listet in einer Fotoreihe die vierzig erfolgreichsten Bücher von 2005 bis 2015 auf und es stellt sich heraus: etwa ein Drittel der Autoren sind Frauen, also bereits deutlich mehr als beim Nobelpreis, aber immer noch weit unter 50 %. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Blick auf die Forbes-Liste der reichsten Schriftsteller. Unter den Top 12 befinden sich fünf Männer und sieben Frauen.

Alles in allem tun wir uns hier also schwer mit einem abschließenden Fazit, aber eines scheint zumindest klar: Weibliche Autoren sind nicht per se weniger erfolgreich als ihre männlichen Konterparts. Ob sie hingegen größere Hürden in Angriff nehmen müssen, um mit dem Schreiben erfolgreich zu werden, lässt sich aus solchen Statistiken nicht entnehmen. Ebenso wenig, ob sie seltener Anerkennung oder Preise für ihre Werke erhalten. Die Erfahrungen von Catherine Nichols sprechen allerdings dafür. Auch die Bestseller-Autorin Nina Georoge äußert sich in einem Artikel über die Rolle der Frau im Literaturbetrieb ähnlich: „Der deutsche Literaturbetrieb hat’s nicht so mit Frauen.“

Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus

Sehen wir uns die Bücherregale etwas genauer an, kommen wir zwangsweise zu dem Schluss, dass die Geschlechterverteilung stark zwischen einzelnen Genres schwankt. Liebesromane, Jugendliteratur und sogenannte „Frauenunterhaltung“[1] stammen in erster Linie aus weiblicher Hand, Thriller, Horrorromane und Fantasy sind dagegen Männerdomäne. Wie kommt das? Wo liegt der Fehler im System? Und gibt es überhaupt einen Fehler?

„Männer nehmen von Frauen geschriebene Bücher als Bücher für Frauen wahr.“
– Elena Ferrante

Dass sich Männer und Frauen unterscheiden ist, denke ich, kein Geheimnis. Ich bin kein Freund von Gender-Mainstreaming, ebenso wenig wie von der Bevorzugung eines Geschlechts gegenüber dem anderen. Unterschiede sind schön, sie führen zu Diversität und Vielfalt. Insofern würde es mich nicht überraschen, wenn Männer anders schreiben, anders lesen als Frauen, zumindest wenn man das große Ganze betrachtet, den Durchschnitt sozusagen. Und genau da kommen wir an den kritischen Punkt.

Der Buchmarkt in seiner Gesamtheit ist ein riesiges Konglomerat aus Leserinnen und Lesern, Autorinnen und Autoren, Verlagen, Agenten und so weiter. Über dieses riesige Gesamtbild hinweg mag es durchaus Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen Autoren geben. Vielleicht konzentrieren sich Frauen im Durchschnitt tatsächlich mehr auf Konflikte, Emotionen und Beziehungen, während sich die Männer lieber mit Action, Spannung oder Dramatik beschäftigen. Möglich. Doch wenn wir ein einzelnes Buch aus dem Regal ziehen, dann haben wir ein hoch individuelles Werk vor uns, ein kreatives Einzelstück, das von hundert verschiedenen Einflüssen geprägt ist. Grundlegend anzunehmen, es gäbe einen „männlichen“  und einen „weiblichen“ Schreibstil, ist also sehr weit hergeholt und basiert, wenn überhaupt, auf einem relativ aussagelosen Mittelwert. Zu behaupten, Frauen könnten keine düstere Fantasy oder Science Fiction schreiben, ist genauso absurd wie zu sagen, Männer beherrschten keine Romantik. Bücher werden von Menschen geschrieben, von Individuen, nicht von einer breiten Masse. Das Geschlecht des Autors – sein soziales oder biologisches – ist allerhöchstens ein Rädchen im Gesamtkunstwerk. Und ganz bestimmt sagt es nichts über die Qualität des Schreibens aus.

Blick über den Tellerrand

Zum Schluss möchte ich noch ein paar persönliche Worte loswerden. Wenn mich ein Buch anspricht, dann achte ich nicht darauf, ob es ein Mann oder eine Frau geschrieben hat. Ich lasse die Sprache auf  mich wirken, entscheide, ob ich die Figuren mag, die Handlung, die Welt, die Art, wie die Geschichte erzählt wird. In meinem Regal stehen Michael Ende, Joanne K. Rowling, Joe Abercrombie, Cornelia Funke, Simon Beckett und Diana Gabaldon glücklich nebeneinander und keines ihrer Werke möchte ich missen.

“But there is no male or female language, only the truthful or fake, the precise or vague, the inspired or the pedestrian. […] The only distinction that will matter will be between good and bad writing.”
Francine Prose

Natürlich sind wir alle nicht gefeit vor Stereotypen, auch ich nicht, und gerade Covergestaltung und Titelauswahl tun ihr Übriges, um bekannte Klischees zu bedienen. Man will ja schließlich die richtige Zielgruppe ansprechen. Aber je mehr wir lesen, je mehr wir uns mit dem Schreiben auseinandersetzen, desto eher können wir diese Schranken im Kopf überwinden, und darauf kommt es schließlich an.

Deswegen möchte ich euch folgenden Rat ans Herz legen: Kauft Bücher nicht, weil sie eine Frau geschrieben hat oder ein Mann. Kauft Bücher, weil sie euch berühren, weil sie euch verzaubern, euch atemlos zurücklassen. Kauft Bücher, weil sie gut sind.

[1] Schon der Begriff ist ein einziges Stigma, wenn wir mal ehrlich sind!

Gewinnspiel: Welttag des Buches

„Essen vertreibt den Hunger, Lesen vertreibt die Dummheit.“
chinesisches Sprichwort

Ihr Lieben, heute ist der Welttag des Buches. Eigentlich sollte ja jeder Tag im Jahr ein Buch-Tag sein, denn Bücher sind nicht nur ein Tor zu anderen Welten, sondern auch eine Quelle neuer Freunde und neuer Erkenntnisse.

In den letzten Jahren habe ich selber viel zu wenig gelesen, habe mich mehr mit meinen eigenen Werken beschäftigt als mit denen anderer. Seit einer Weile versuche ich dieses Defizit auszugleichen und mir wieder mehr Zeit für andere Bücher zu nehmen.

Heute möchte ich aber gerne euch beschenken und habe mir deswegen ein kleines Facebook-Gewinnspiel ausgedacht.

Was kann ich gewinnen?

Ich verlose je einen Ebook-Code für die Kurzgeschichten-Anthologien „Fantasy-Lesebuch 4“ und „Die Helden-WG“, einzulösen im Verlagsshop vom Verlag OhneOhren.

In beiden bin ich als Mia Neubert jeweils mit einer Geschichte vertreten – genau wie viele andere talentierte Kolleginnen und Kollegen.

Wie funktioniert das Gewinnspiel?

Liked den Original-Beitrag zum Gewinnspiel auf meiner Facebookseite und schreibt in einem Kommentar darunter, welches der beiden Ebooks ihr gerne gewinnen würdet und welches Buch euch im letzten Jahr besonders beeindruckt hat. Gerne auch mit Begründung.

Der Gewinner wird per Zufallsprinzip unter allen Teilnehmern ermittelt. Ihr dürft auch in beide Lostöpfe hüpfen, allerdings kann jeder nur einmal gewinnen. Sollte ich einen Namen zweimal ziehen, entscheidet der Zufall, welches Ebook die Person erhält.

Natürlich freue ich mich, wenn ihr das Gewinnspiel auf eurer Seite teilt, meine Seite liked oder Freunde markiert, für die Teilnahme am Gewinnspiel ist das aber nicht erforderlich.

Wie lange läuft die Aktion?

Teilnehmen könnt ihr bis zum 30.04.2017 um 23.59 h.

Im Laufe des 1. Mai 2017 werde ich die Gewinner bekannt geben, diese werden über Facebook per Privatnachricht informiert und im Beitrag markiert. Den Code versende ich dann via Email. Melden sich die Gewinner nicht binnen 14 Tagen, verlose ich den Gewinn erneut.

Nehmen innerhalb des Zeitraums weniger als 10 Personen am Gewinnspiel teil, behalte ich mir vor, den Zeitraum zu verlängern. Dies wird dann per Facebook bekannt gegeben.

Rechtliche Bestimmungen

Facebook hat nichts mit dem Gewinnspiel zu tun und steht nicht als Ansprechpartner zur Verfügung. Wer am Gewinnspiel teilnimmt, stellt Facebook frei. Private Daten des Gewinners werden nicht bekannt gegeben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Ich wünsche euch viel Glück und viel Lesefreude in nächster Zeit!

Eure Elea Brandt