Tipps

Phantastische Weihnachten

Fantasy-Lesetipps für den Weihnachtsbaum

Ho, ho, ho, nur noch wenige Tage bis Weihnachten! Habt ihr schon alle Geschenke zusammen? Ich auch nicht, zugegeben. Aber Bücher sind doch immer schöne Ideen. Zugegeben, im letzten Jahr habe ich wenig Neuerscheinungen gelesen, aber ein paar davon möchte ich euch heute in diesem Beitrag vorstellen, vielleicht ist ja etwas für euch oder eure Lieben dabei.

Ich hab mich entschieden, euch ein paar Werke abseits des Mainstreams zu zeigen, die – obwohl sie alle Fantasy sind – ganz unterschiedliche Vorlieben bedienen. Wenn ihr euch lieber bei den Publikumsmagneten umsehen wollt, dann könnt ihr ja einen Blick auf die Phantastik-Bestenliste werfen oder euch die Fantasy-Gewinner des Lovelybook-Awards näher anschauen.

Die Taschenbücher habe ich auf den Autorenwelt-Shop verlinkt, dort könnt ihr schnell und einfach Bücher bestellen und noch dazu Autorinnen und Autoren unterstützen. Die Ebook-Links führen zu Amazon.


Intergalaktische Weihnachten

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Titel: Blind (Sternenbrand 1)
Autorin: Annette Juretzki
Erschienen bei: Traumtänzer Verlag
Genre: Science Fiction

Klappentext: Söldner landen auf Xenens rückständigem Planeten und so charmant ihr Anführer Jonas Brand auch sein mag, so kompromisslos ist er bei seinen Zielen. Als eine friedliche Verhandlung scheitert, findet sich Xenen schwerverletzt auf ihrem Raumschiff wieder – was ihm ziemlich schnell besser gefällt, als gut für ihn ist. Seine Neugierde treibt ihn in immer größere Gefahren, vor denen ihn auch der Außerirdische Zeyn nicht schützen kann. Selbst als ein Attentäter nach seinem Leben trachtet, wählt Xenen Freiheit über Sicherheit. Aber warum wünscht ein völlig Fremder seinen Tod? Und welches Geheimnis umgibt seinen Heimatplaneten? Manche Antworten wiegen Jahrhunderte schwer …

Warum solltest du dieses Buch lesen? „Blind“ war mein Jahreshighlight 2017. Annette Juretzkis Schreibstil ist unglaublich bildhaft und mitreißend, voll außergewöhnlichen Metaphern. Mit viel Einfühlsamkeit und Geschick beschreibt die Autorin die Konflikte und Beziehungen zwischen den Charakteren, die durchweg authentisch wirken. Die verschiedenen intergalaktischen Spezies sind mit viel Einfallsreichtum und Kreativität geschaffen und bieten eine ganz eigene Welt, in der auch queere und diverse Figuren stark repräsentiert sind. Hinzukommt ein spannender Hintergrundplot von Verrat, Intrigen und Geheimnissen, der den Roman zusätzlich zu einem Pageturner macht.

Für wen ist es geeignet? Für erwachsene Fans von ungewöhnlichen, vielschichtigen Charakteren, spannenden Plots und intensiven zwischenmenschlichen Konflikten, die ganz ohne Kitsch und Pathos auskommen.

Themen: Identität, Verrat, Loyalität, Xenophobie, Verantwortung, Glaube, Gefühle, Beziehungen

Erhältlich als: Taschenbuch und Ebook; der zweite Teil „Blau“ ist bereits Anfang Dezember erschienen


 

Cyberpunkige Weihnachten

Titel: Toten51CPq3H2qWL._SY346_nacht (Der Nekromant, Teil 1)
Autor: M.R. Forbes
Erschienen bei: Mantikore Verlag
Genre: Urban Fantasy, Cyberpunk

Klappentext: In einer Zeit, in der die Magie in die Welt zurückgekehrt ist, schlägt sich Conor Night mit dubiosen Gelegenheitsjobs durchs Leben. Er hat die Fähigkeit Tote zum Leben zu erwecken, doch er selbst ist todkrank. Nur eine verbotene Substanz erhält ihn am Leben. Als er ein lukratives Jobangebot bekommt, kann er nicht widerstehen. Schon bald steht er Mächten gegenüber, die ihm weit überlegen sind. Doch auch Conor hat ein paar Tricks auf Lager, mit denen seine Gegner nicht rechnen …

Warum solltest du dieses Buch lesen? M.R. Forbes hat einen ausgesprochen zynischen, schwarz-humorigen Erzählstil, der beim Lesen sehr viel Spaß macht. Die Welt, die er geschaffen hat, erinnert in vielen Aspekten an das Rollenspiel „Shadowrun“, bietet aber genug eigene Ideen, um keine reine Kopie zu sein. Die Figuren sind schnoddrig, kühl, verbittert, aber taff und durchgehend interessant. Ein spannender Auftakt zu der dreiteiligen Reihe um Conor Night.

Für wen ist es geeignet? Für Fans von Urban Fantasy, die auf erwachsene Akteure und Geschichten ohne kitschige oder fragwürdige Romanzen stehen und eine gute Portion Zynismus und dreckigen Humor abkönnen. Vor allem Shadowrun-Fans kommen hier auf ihre Kosten.

Themen: Leben, Tod, Magie, Technisierung, Intrigen, Politik, Xenophobie

Erhältlich als: Taschenbuch und Ebook


 

Märchenhafte Weihnachten

51Upa3fHx+L._SY346_Titel: Tanz der Feuerblüten
Autorin: Janna Ruth
Erschienen bei: Ueberreuther Verlag
Genre: Fantasy, Märchen, Young Adult

Klappentext: Im Palast des Abendrots strebt alles nach vollkommener Schönheit: Wasser, Metall, Holz und Luft werden zu bewundernswerten Kunstwerken geformt, an denen sich die höfische Gesellschaft ergötzen kann. Als der junge Schwerttänzer Jinnan aus der Provinz den Hof betritt, fühlt er sich unbeholfen und von der komplizierten Etikette überfordert. Dann jedoch trifft er auf die bildhübsche Ayaka und lässt sich von ihrem Luftspiel verzaubern. Wider jegliche Vernunft versucht Jinnan, Ayakas Herz zu erobern – wohl wissend, dass er mit dem Feuer spielt …

Warum solltest du dieses Buch lesen? Janna Ruth Debüt ist ein Märchen von besinnlicher Schönheit. Die Autorin erzählt nicht nur eine einfühlsame, stimmige Liebesgeschichte, sondern hält obendrein ein starkes Plädoyer für die Macht der Natur und die Betonung innerer Werte über äußere Schönheit. Geschickt verbindet sie Elemente fernöstlicher Märchen mit einer zarten, liebevoll inszenierten Romanze und einer spannenden Geschichte über dunkle Mächte und den Hochmut der Zivilisation. Eine tolle Lektüre, gerade für trostlose Wintertage.

Für wen ist es geeignet? Für jugendliche und erwachsene Leser, die gerne im Märchen versinken, authentische Liebesgeschichten mögen und sich in einem traumhaften magisch-fernöstlichen Setting verlieren wollen.

Themen: Liebe, Natur, Magie, Märchen, Naturgeister, Ästhetik, Identität

Erhältlich als: Ebook


Klassisch phantastische Weihnachten

51aqOI+oplL._SY346_Titel: Das Relikt der Fladrea (Teil 1 der Fladremin-Reihe)
Autor: Dominik Schmeller
Erschienen bei: Mantikore Verlag
Genre: High Fantasy, Young Adult, All Age

Klappentext: Ein magisches Relikt. Ein verschollenes Volk. Ein Mädchen, das seine Geschichte sucht.

Die lebhafte Larima wurde als Säugling im Wald gefunden. Den einzigen Hinweis zu ihrer Herkunft findet sie auf einem Amulett mit seltsamen Symbolen. Als sie erfährt, dass sie verheiratet werden soll, reißt sie aus und versucht gemeinsam mit ihrem Ziehbruder dem Geheimnis um ihre eigene Geschichte auf die Spur zu kommen. Eine gefährliche Reise beginnt, denn dieses Geheimnis hat nicht nur für Larima einen hohen Wert…

„Das Relikt der Fladrea“ ist der erste Band der dreiteiligen Fladremin-Fantasy Reihe

Warum solltest du dieses Buch lesen? Dominik Schmeller entführt seinen Leser in eine nordisch angehauchte Fantasy-Welt, die dank anschaulicher Beschreibungen und viel Detailliebe im Kopf lebendig wird. Mit seiner Protagonistin Larima schafft er eine sympathische Heldin, mit der sich vor allem jugendliche Fantasy-Leserinnen schnell identifizieren können. Als Auftakt zu einer Trilogie bietet die Fladremin-Saga damit viele, spannende Lesestunden.

Für wen ist es geeignet? Für Fantasy-Fans allen Alters, die klassische Geschichten über alte Artefakte, boshafte Schurken und magische Geheimnisse lieben und gerne eine junge Heldin auf dem Weg zu ihren Wurzeln begleiten wollen.

Themen: Identität, Magie, Familie, Geheimnisse

Erhältlich als: Taschenbuch und Ebook


 

Na, ist da etwas für euch dabei? Kennt ihr die Bücher schon? Welche Fantasy-Geschichten wollt ihr zu Weihnachten verschenken?

5 Tipps für 50.000 Wörter

Er ist wieder da.

Nein, nicht, was ihr denkt – ich meine natürlich den „Nanowrimo“. Jedes Jahr im November setzen sich tausende tapferer Autorinnen und Autoren das Ziel, in 30 Tagen mindestens 50.000 Wörter an einem Roman zu schreiben. Ein ehrgeiziges Ziel, das aber durchaus erreichbar ist. Vor allem dann, wenn man ein paar Tipps zur Hand hat.

Ich habe für diesen Beitrag ein paar Ratschläge zusammen gekramt, die mir in den letzten Jahren eine große Hilfe waren. Vielleicht helfen sie ja auch euch.

Etappenziele setzen

„Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muß nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten.“
Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er hinzufügte: „Dann machte es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein.“
– Michael Ende, „Momo“

Große Ziele erreicht man mit kleinen Schritten, das gilt auch für den Nanowrimo. Wer nur auf den Berg aus Wörtern starrt, der vielleicht noch vor ihm liegt, schüchtert sich selbst unnötig ein. Kleine, erreichbare, aber trotzdem herausfordernde Ziele sind ideal, um die Motivation anzukurbeln.

Beispiele dafür?

Wie wäre es mit „30 min konzentriert schreiben“? Oder „in einer Stunde 1.000 Wörter schaffen“? Oder „jeden Tag das Tagessoll erfüllen“? Auch auf der Nanowrimo-Seite gibt es schöne Meilensteine, die man als Zwischenetappe anvisieren kann.

Wichtig ist, die eigene Leistungsfähigkeit zu kennen und die Ziele entsprechen sinnvoll zu setzen. Nicht zu leicht, das schafft keinen Ansporn, aber auch nicht zu schwer, um die Lust nicht zu verlieren.

Besonders effektiv sind solche Zieletappen übrigens dann, wenn ihr sie euch visualisiert. Macht zum Beispiel ein Kreuzchen in den Kalender, klebt ein Herzchen auf eure Pinnwand oder belohnt euch mit kleinen Süßigkeiten. Macht eure Erfolge sichtbar, für euch und für andere. Denn selbst wenn ihr am großen 50.000-Wörter-Ziel scheitert habt ihr eine tolle Übersicht über das, was ihr trotzdem geschafft habt.

 

Kleine Zeiteinheiten planen

Es ist Samstag und ihr habt den ganzen Tag Zeit für den Nano? Toll, da geht doch was. Da kann man auch mal zwischendurch ein paar Folgen auf Netflix gucken. Oder auf Twitter rumhängen. Noch ein Kapitel lesen. Einen Spaziergang machen. Äh, ups? Wohin ist der Tag verschwunden?

Kennt ihr das? Ich schon. Deswegen, teilt euch kleine, aber effektive Zeiteinheiten für die Arbeit ein. Die Pomodoro-Technik ist eine hervorragende Möglichkeit dafür. Ihr stellt einen Wecker auf 20, 25, 30 oder auch 45 min, je nachdem, was euch am besten liegt (da kann man ruhig ein wenig herumprobieren) und dann arbeitet ihr konzentriert, bis der Wecker klingelt. Keine Ablenkungen, kein Facebook, nur fokussiertes Schreiben. Nach Ablauf der Zeit gönnt ihr euch fünf Minuten Pause, macht euch einen Kaffee, geht aufs Klo, checkt die Emails – und dann geht es weiter. Je nachdem, wie viel Zeit ihr habt, könnt ihr dieses Prozedere beliebig oft wiederholen, bis ihr euch eine längere Pause gönnt, zum Beispiel für eine Serienfolge oder einen Spaziergang.

Auch Wordsprints (z.B. bei GerNoWriMo), Wort-Battles gegen andere Naniten, Wordcrawls (zum Beispiel unter dem Hashtag #nornencrawl) oder andere kurze Schreibaufgaben können helfen, die Zeit so produktiv wie möglich zu strukturieren.

 

Ablenkungen eliminieren

Manchmal bleiben am Tag nur wenige Minuten Zeit für konzentriertes Arbeiten – nutzt diese Zeit, sie gehört allein euch und eurem Nano-Projekt. Schaltet das Internet ab, sofern ihr nicht recherchieren müsst, macht das Handy aus oder loggt euch zumindest bei Twitter, Facebook und anderen Social Media Plattformen aus. Informiert eure Mitbewohner/Partner, dass ihr jetzt etwas Ruhe braucht. Sucht euch, wenn möglich, einen Ort, an dem ihr ungestört bleiben könnt.

Ihr kennt das, je weniger man sich selbst in Versuchung führt, zu prokrastinieren, desto schwieriger wird es. Verbindet das Ganze am besten mit Tipp Nummer 2.

 

Austausch suchen

Der Nanowrimo ist kein einsamer Schreibmonat, außer, ihr wollt es so. Aber, das zeigt meine Erfahrung, im Team läuft vieles einfacher. Im Nanowrimo-Forum, auf Twitter, in Facebook-Gruppen und zahlreichen Schreibforen findet ihr überall Mitstreiter auf eurer tapferen Quest zu den 50.000 Wörtern und steigert damit nicht nur eure Produktivität, sondern vor allem den Spaß an der Sache. Ihr findet Ansprechpartner, wenn ihr gerade in einem Loch steckt, Motivatoren, die euch anfeuern, Battlepartner, um euch zu Höchstleistungen aufzuschwingen, und Streicheleinheiten, wenn ihr euch auskotzen müsst.

So wird aus dem Nanowrimo kein verbissener Einzelkampf, sondern ein echtes Happening. In zahlreichen Städten gibt es übrigens auch gemeinsame Schreibtreffen während des Nanos. Informationen dazu findet ihr in der deutschen Sektion des Nanowrimo-Forums.

 

Den Spaß nicht vergessen

Der letzte Punkt ist vielleicht der Wichtigste. Der Nanowrimo soll Freude machen, motivieren, anspornen. Es ist eure Chance, eurem Schreibprojekt eine ganz besondere Position in eurem Alltag einzugestehen, die ihr ihm sonst vielleicht nicht einräumen könnt, und gemeinsam mit anderen Autorinnen und Autoren etwas Neues zu schaffen.

Wenn aus dem Miteinander ein Gegeneinander wird, aus der täglichen Motivation unerträglicher Druck oder wenn ihr über eurem Projekt euer Wohlbefinden, eure Gesundheit oder euer Sozialleben vernachlässigt, zieht lieber die Reißleine. An den 50.000 zu scheitern ist keine Schande, auch 10 oder 20.000 Wörter sind eine enorme Leistung. Was zählt ist eure Freude am Projekt, euer Ehrgeiz, etwas zu erreichen, und der Spaß am Miteinander.

Macht eine Pause, wenn es zu viel wird. Verzichtet auf ein paar Wörter, wenn es euch gerade guttut. Vielleicht könnt ihr damit neue Energie tanken und Schwung holen für die nächste Etappe.

 


So, ich hoffe, diese kleine Sammlung an Ideen hilft euch vielleicht ein bisschen, nicht nur im Nano, sondern auch in der täglichen Routine.

Allen Naniten wünsche ich einen tollen, produktiven Monat und viel Freude an eurem Roman. Haut rein!

Eure Elea